2G und 2G plus

Diese schärferen Corona-Regeln gelten nun in Berlin

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Jens Anker
Corona-Regel: Umsetzung von 2G plus

Corona-Regel: Umsetzung von 2G plus

Die 2G-Plus-Regel könnte in Deutschland verstärkt eingesetzt werden. Eine Zusammenfassung der daraus resultierenden Maßnahmen.

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Der Berliner Senat hat auf die rasant steigenden Corona-Zahlen reagiert. Diese Corona-Regeln wurden beschlossen.

  • In Berlin gelten ab Samstag, 27. November 2021, verschärfte Corona-Regeln.
  • Zu den meisten Geschäften haben dann nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt (2G-Regel). Ausnahmen gibt es bei der Grundversorgung in Supermärkten, Drogerien oder Apotheken.
  • In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, zu denen ohnehin nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt haben (2G), gelten zusätzliche Vorgaben (2G plus).

Berlin. Der Senat hat die Corona-Vorschriften am Dienstag, 23. November 2021, wie erwartet verschärft. Ungeimpfte werden weitgehend aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Ab Sonnabend, 27. November 2021, gelten in Berlin in weiten Teilen 2G-Regeln inklusive einer Maskenpflicht.

Damit geht Berlin einen Sonderweg bei der bisherigen 2G-Regel. „Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen leider verschärft“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) nach der Sitzung. Deswegen sei es wichtig, das Tempo der Verbreitung des Coronavirus einzuschränken.

  • Einzelhandel: Ungeimpfte Menschen dürfen künftig nur noch Geschäfte des lebensnotwendigen Bedarfs aufsuchen, der übrige Einzelhandel bleibt ihnen verschlossen.
  • Freizeit: Auch für Freizeitveranstaltungen gilt weitgehend 2G inklusive einer Maskenpflicht. Ausnahmen gelten künftig nur für Minderjährige. Die Möglichkeit, mit einem negativen Test Zugang zu erhalten, entfällt vielerorts.
  • Sport, Kultur, Clubs: Sporthallen bleiben künftig nur geimpften oder genesenen Sportlern vorbehalten, auch in der Kultur gilt flächendeckend 2G. Zusätzlich gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht. Dort, wo das nicht möglich ist, etwa in Tanzclubs, sollen alternativ ein Negativ-Test und Abstandsregeln nötig sein.
  • Restaurants, Bars, Lokale: In der Gastronomie gilt beim Betreten und Verlassen ebenfalls zusätzlich zu 2G auch eine Maskenpflicht, die am Sitzplatz aufgehoben ist.
  • Hotels: 2G gilt künftig auch in Hotels, in denen bisher auch noch Ungeimpfte mit Test (3G) einchecken konnten.
  • Friseure: Bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren (2G) können die Betreiber entscheiden, ob sie eine Masken- oder eine Testpflicht anordnen.
  • Fußball-Spiele/Großereignisse: Auch für Großereignisse wie Spiele der Fußball-Bundesliga gelten neue Regeln. Demnach wird die Personenzahl auf 5000 Plätze plus 50 Prozent der möglichen Stadion- oder Hallenauslastung begrenzt – auch dort sind nur Geimpfte und Genesene zugelassen. Für das Olympiastadion bedeutet das eine Beschränkung auf 42.000 Zuschauer, für die Alte Försterei auf 16.000 Zuschauer. Zusätzlich gilt eine Maskenpflicht.

Corona Berlin: Kontakte verringern, exponentiellen Anstieg stoppen

Zur Umsetzung der verschärften Regeln will der Senat in den kommenden Tagen mit den einzelnen Branchen Gespräche führen und nach praktikablen Lösungen suchen. „Es ist das Ziel, die Kontakte und die Mobilität zu verringern“, sagte Matz. So soll der exponentielle Anstieg der Infektionen gebremst werden.

Für den Handel gelten künftig weitgehend jene Regeln, die auch Brandenburg beschlossen hat, um nicht durch unterschiedliche Beschränkungen in den Nachbarländern einen Shoppingtourismus zu fördern. Die Maßnahmen der beiden Länder sind nach Angaben des Gesundheitsstaatssekretärs allerdings nicht vollkommen deckungsgleich.

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3G in U-Bahnen, S-Bahnen, Trams und Bussen - Weihnachtsmärkte bleiben offen

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) bleibt es bei der 3G-Regel. Hier sei es nicht möglich, weitergehende Maßnahmen zu beschließen, so Matz, da diese Vorgabe vom Bund erlassen wurde. Eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske entfällt. Das Infektionsschutzgesetz des Bundes schreibt vor, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske getragen werden muss.

Eine Absage der Berliner Weihnachtsmärkte, die zum Teil seit Montag geöffnet sind, plant der Senat derzeit nicht. Dort gelten, wo möglich, 2G-Regeln mit zusätzlicher Maskenpflicht, so Matz. Bei Weihnachtsmärkten auf öffentlichem Straßenland seien Zugangsbeschränkungen schwer durchzusetzen, da sie in Einkaufs- und Wohnstraßen stattfänden.

In den Berliner Schulen soll das dreimalige Testen pro Woche weiter aufrecht erhalten bleiben. In Klassen, in denen es mindestens zwei positive Schnelltests gab, soll danach eine Woche lang täglich getestet werden. Eine Abkehr vom Präsenzunterricht wie in Brandenburg ist in Berlin derzeit nicht geplant. In Kitas sollen Lollitests verpflichtender und flächendeckender als bislang eingeführt werden. Kitas müssen sich von Eltern die Durchführung der Tests bestätigen lassen und die Ergebnisse dokumentieren.

Berlin will die bestehenden Impfzentren ausbauen

Berlin will außerdem die bestehenden Impfzentren ausbauen und neue schaffen, kündigte Matz an. So wird Ende der Woche ein neues Impfzentrum im Ringcenter entstehen, außerdem helfen seit Ende vergangener Woche täglich 50 Bundeswehrsoldaten im Impfzentrum an der Messe.

Auch die Kapazität im neuen Impfzentrum im Lindencenter in Lichtenberg soll verdoppelt werden. Zudem sind zusätzliche Impftermine buchbar, um schneller einen Termin erhalten zu können. Aktuell sind die Termine bis weit in das neue Jahr hinein bereits ausgebucht.

Corona Berlin: Die Änderungen der Infektionsschutzverordnung im Überblick

  • Grundsätzlich besteht bei der 2G-Bedingung Maskenpflicht.
  • Im Bereich der körpernahen Dienstleistungen besteht Masken- oder Testpflicht.
  • In der Innengastronomie gilt weiterhin 2G und die Maskenpflicht.
  • Im Bereich der Sportausübung in geschlossenen Räumen besteht Abstandsgebot oder Testpflicht.
  • Bei Tanzlustbarkeiten und ähnlichen Unternehmen in geschlossenen Räumen besteht eine Testpflicht und eine Höchstauslastung von 50 Prozent der Kapazität des Veranstaltungsortes.

Ausweitung der 2G-Regel: Diese Bereiche sind betroffen

  • Einzelhandel (Grundversorgung ausgenommen)
  • Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetriebe
  • Volkshochschulen, Einrichtungen der allgemeinen Erwachsenenbildung, Musikschulen
  • Fahrschulen und ähnliche Einrichtungen.

Großveranstaltungen: Beschränkung der Personenzahl ab 1. Dezember 2021

  • Veranstaltungen mit mehr als 2000 Anwesenden im Freien oder mehr als 1000 Anwesenden in geschlossenen Räumen können nur bis zu einer absoluten Zahl von 5000 Zuschauenden mit voller Kapazität und für den 5000 Personen überschreitenden Teil mit maximal 50 Prozent der weiteren Kapazität genehmigt werden

Weihnachtsmärkte in Berlin

  • Maskenpflicht auf Weihnachtsmärkten, sie können auch unter 2G-Bedingungen geöffnet werden.

Aufenthalt im Freien

  • Wegfall der Regelungen zum gemeinsamen Aufenthalt im Freien, des Verbots, Alkohol in Grünanlagen zu verzehren und zu Wahlen und Abstimmungen.