2G und 2G plus

Das sind die neuen Corona-Regeln in Berlin

| Lesedauer: 7 Minuten
Joachim Fahrun
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Der Berliner Senat hat auf die rasant steigenden Corona-Zahlen reagiert. Diese Corona-Regeln wurden beschlossen.

  • Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle hat der Berliner Senat am Freitag, den 3. Dezember 2021, erneut eine Reihe von verschärften Corona-Maßnahmen beschlossen.
  • Bereits seit Samstag, 27. November 2021, gelten verschärfte Corona-Regeln.
  • Seitdem haben zu den meisten Geschäften nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt (2G-Regel). Ausnahmen gibt es bei der Grundversorgung in Supermärkten, Drogerien oder Apotheken.
  • In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, zu denen ohnehin nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt haben (2G), gelten zusätzliche Vorgaben (2G plus).

Berlin. Auf die Menschen in Berlin kommt erneut eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu. Das hat der Senat bei einer Sondersitzung am Freitag, 3. Dezember 2021, beschlossen, nachdem sich Bund und Länder bei einer Ministerpräsidentenkonferenz auf strengere Corona-Regeln verständigt hatten. Diese schärferen Regeln sollen ab Mittwoch, den 8. Dezember 2021 gelten.

  • Obergrenzen bei Großveranstaltungen: Berlin geht bei den Regeln für Großveranstaltungen mit sogenanntem Hygienerahmenkonzept noch über die Vorgaben von Bund und Ländern hinaus. So gilt für draußen künftig eine Obergrenze von 5000 Teilnehmern, in geschlossenen Räumen von 2500 Teilnehmern. Für andere Veranstaltungen gilt eine Obergrenze von 1000 zeitgleich Anwesenden im Freien und 200 in geschlossenen Räumen.
  • Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte: Treffen, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Personen teilnehmen, sind in Berlin künftig auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres bleiben unberücksichtigt.
  • Clubs und Diskotheken: Das Tanzen in den Berliner Clubs wird verboten. Zwar werden die Clubs wegen rechtlicher Fragen noch nicht geschlossen, „aber es darf nicht mehr getanzt werden“, sagte der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler (SPD). Vom Bund sei beschlossen worden, Clubs bei hohen Inzidenzwerten über 350 zu schließen, der rechtliche Prozess dazu laufe aber noch, sagte Gaebler. Wenn der Bund die Gesetze anpasse, werde man auch in Berlin erneut beraten. Das Verbot des Tanzens sei aber auch schon ohne Beteiligung des Parlaments nach dem Infektionsschutzgesetz möglich. Aber: "Tanzlustbarkeiten im Freien können unter 2G-Bedingungen für den Publikumsverkehr geöffnet werden", hieß es in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Senats.
  • Gastronomie: Restaurants in Berlin bleiben geöffnet. „Da kann man weiter Begegnung ermöglichen“, sagte Müller. Regeln dafür sollen aber noch ausgearbeitet werden. „Wir werden das mal so formulieren, dass es ein gangbarer Weg ist, ungeordnete Kontakte im Gastronomiebereich zu vermeiden, aber weiter Essen, Trinken in Restaurants zu ermöglichen.“ Senatskanzlei-Chef Gaebler ergänzte, das Ziel sei eine Regelung, wie es sie in Berlin schon mal gebeben habe: „Wenn man am Platz sitzt und was isst oder trinkt, dann ist das in Ordnung. Aber wildes Herumstehen ohne Abstand und alles, das soll es dann nicht geben.“
  • Weihnachtsmärkte dürfen nur noch öffnen, wenn sie sicherstellen und kontrollieren, dass nur Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt haben. Zusätzlich gilt Maskenpflicht. Praktisch heißt das, dass sie umzäunt sind und an den Zugängen den Impfstatus der Besucher kontrollieren. Einige Märkte verfahren bereits so, andere wie der Markt am Breitscheidplatz haben keine Umzäunung, dort hat bisher jeder Zutritt. „Wer keinen Zaun drumherum machen kann, kann auch keinen Weihnachtsmarkt mehr betreiben“, sagte Kalayci.
  • Öffentliche Gebäude dürfen nur noch unter 3G-Regeln betreten werden, also von Geimpften, Genesenen und Getesteten. Dies gilt schon jetzt für die Mitarbeiter und würde dann auch für Kunden beziehungsweise Besucher gelten.
  • ÖPNV: Ergänzend zur 3G-Regel im ÖPNV, die in der vergangenen Woche auf Grundlage des veränderten Infektionsschutzgesetzes bundeseinheitlich in Kraft getreten ist, gilt die Verpflichtung entsprechend auch für die Bahnsteige und Fährterminals. Es gilt die Maskenpflicht.
  • Bibliotheken und Archive dürfen, soweit geschlossene Räume betroffen sind, nur unter der 2G-Bedingung geöffnet werden.
  • Sport und nicht professioneller sportlicher Wettkampfbetrieb im Freien ist bei Unterschreitung des Mindestabstands nur unter der 3G-Bedingung, allein oder mit dem engsten Angehörigenkreis zulässig. (Kontaktfreier Sport im Freien, bei dem der Mindestabstand gewährleistet ist, bleibt ohne Auflagen zulässig.) Testpflicht im Sportbereich für Bundes- und Landeskaderathlet:innen, Profiligen und Berufssportler:innen sowie für ärztlich verordneten Rehabilitationssport oder ärztlich verordnetes Funktionstraining.

Berlin weitet die 2G-Regel aus

Bereits Ende November hatte der Berliner Senat die Corona-Regeln deutlich verschärft. Seit Sonnabend, 27. November 2021, gelten in Berlin in weiten Teilen 2G-Regeln inklusive einer Maskenpflicht. Ungeimpfte werden auf diese Weise weitgehend aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen.

  • Einzelhandel: Ungeimpfte Menschen dürfen künftig nur noch Geschäfte des lebensnotwendigen Bedarfs aufsuchen, der übrige Einzelhandel bleibt ihnen verschlossen.
  • Freizeit: Auch für Freizeitveranstaltungen gilt weitgehend 2G inklusive einer Maskenpflicht. Ausnahmen gelten künftig nur für Minderjährige. Die Möglichkeit, mit einem negativen Test Zugang zu erhalten, entfällt vielerorts.
  • Sport und Kultur: Sporthallen bleiben künftig nur geimpften oder genesenen Sportlern vorbehalten, auch in der Kultur gilt flächendeckend 2G. Zusätzlich gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht.
  • Restaurants, Bars, Lokale: In der Gastronomie gilt beim Betreten und Verlassen ebenfalls zusätzlich zu 2G auch eine Maskenpflicht, die am Sitzplatz aufgehoben ist.
  • Hotels: 2G gilt künftig auch in Hotels, in denen bisher auch noch Ungeimpfte mit Test (3G) einchecken konnten.
  • Friseure: Bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren (2G) können die Betreiber entscheiden, ob sie eine Masken- oder eine Testpflicht anordnen.

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3G in U-Bahnen, S-Bahnen, Trams und Bussen

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) bleibt es bei der 3G-Regel. Hier sei es nicht möglich, weitergehende Maßnahmen zu beschließen, so Matz, da diese Vorgabe vom Bund erlassen wurde. Eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske entfällt. Das Infektionsschutzgesetz des Bundes schreibt vor, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske getragen werden muss. Eine Maskenpflicht gilt auch auf den Bahnsteigen.

In den Berliner Schulen soll das dreimalige Testen pro Woche weiter aufrecht erhalten bleiben. In Klassen, in denen es mindestens zwei positive Schnelltests gab, soll danach eine Woche lang täglich getestet werden. Eine Abkehr vom Präsenzunterricht wie in Brandenburg ist in Berlin derzeit nicht geplant. In Kitas sollen Lollitests verpflichtender und flächendeckender als bislang eingeführt werden. Kitas müssen sich von Eltern die Durchführung der Tests bestätigen lassen und die Ergebnisse dokumentieren.