Breitscheidplatz

Polizei: Nach Anschlag keine Gefahr für Weihnachtsmarkt

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Susanne Kollmann
Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche leuchtet in der Abenddämmerung. Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und besonderen Corona-Bedingungen eröffnet der traditionelle Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche für die diesjährige Adventszeit - fünf Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag geht die Polizei nicht von einer gefährlichen Situation aus.

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche leuchtet in der Abenddämmerung. Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und besonderen Corona-Bedingungen eröffnet der traditionelle Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche für die diesjährige Adventszeit - fünf Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag geht die Polizei nicht von einer gefährlichen Situation aus.

Foto: Christoph Soeder/dpa

Am Montag öffnet der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz - unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und Corona-Bedingungen.

Berlin. Es wird noch gehämmert und geschraubt, einige Leitungen verlegt und Buden dekoriert – ein bisschen gibt es noch zu tun, bis der 38. Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz rund um die Gedächtniskirche eröffnet. Am kommenden Montag, 22. November, ist es dann aber soweit. Es wird eine besinnliche Zeit, da sind sich die Veranstalter sicher. Und auch aus Sicht der Polizei besteht kein Anlass, einen Anschlag wie vor fünf Jahren zu befürchten.

Um Punkt 17 Uhr wird der Weihnachtsmarkt in der City West mit geladenen Gästen wie dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) in der „Hirschstube“ offiziell eröffnet. Eine halbe Stunde später ist der Start dann für alle ersichtlich: Die Weihnachtsbeleuchtung wird eingeschaltet. Und die kann sich in diesem Jahr sehen lassen. „Wir haben 20.000 Meter Lichtketten verbaut“, sagt Andreas Boehlke, dessen Unternehmen den Markt zum Leuchten bringt. Hinzu kommen das bekannte Dach aus Lichterketten, die wirken wie ein Sternenhimmel, neue Motive rund um den Brunnen sowie viele Lämpchen an den Ständen und Tannen. 150 Stände werden es insgesamt sein, von Kunsthandwerk über ausgefallene Geschenkideen bis zu einem umfangreichen kulinarischen Angebot ist alles dabei. Die Kleinen können sich auf ein Mini-Riesenrad und andere Fahrgeschäfte freuen.

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Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz: Maskenpflicht wird kontrolliert

Die Veranstalter – AG City e.V. und der Schaustellerverband Berlin e.V. – wollen für eine weihnachtliche Stimmungen sorgen, doch auch für die Sicherheit der Besucher soll gesorgt sein, auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Auf dem gesamten Gelände gilt die Maskenpflicht“, sagt Michael Roden, Vorsitzender des Schaustellerverbands Berlin. Das kontrollierten Sicherheitsleute an den insgesamt sieben Eingängen. „Täglich sind 20 bis 28 Mitarbeiter auf dem Gelände unterwegs. Auch nachts ist das Areal überwacht“, sagt Roden. Ob jemand geimpft, genesen oder getestet ist, werde hingegen nicht kontrolliert. Da appelliert er aber an die Gäste, sich an Abstände zu halten. Anders sieht es in den Innenbereichen aus, wie beispielsweise in der Hirschstube – dort gilt die 2G-Regel. Und das wird auch kontrolliert.

In den vergangenen Monaten hat die Polizei zusammen mit dem Bezirk, dem Schaustellerverband und der AG City ein Sicherheitskonzept entwickelt. „Bauchschmerzen habe ich mit Blick auf die kommenden Wochen aber nicht“, sagt Andreas Tschisch, Dienststellenleiter des Polizeiabschnitts 25. Er erwarte keine Störungen, die über einen Taschendiebstahl hinausgehen. Bislang gäbe es keinerlei Hinweise, die auf ein Attentat hinweisen würden. „Wir bewerten die Lage aber täglich neu“, versichert Tschisch. Die Polizei werde auf dem Weihnachtsmarkt mit einigen Streifen Präsenz zeigen. Ebenso sei die mobile Wache vor Ort. „Zusammen mit der Security werden wir das wuppen. Ich gehe von einer guten Bilanz aus.“

Bezirk und Veranstalter wollen spontan auf Corona-Regeländerungen reagieren

Bis zum 2. Januar kann man an den Häuschen stöbern, essen und trinken. Sollten sich die derzeitigen Regeln im Rahmen der Corona-Pandemie verschärfen, „werden wir darauf reagieren“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Arne Herz, „im Vorfeld werden wir aber nicht spekulieren“.

Wem es fernab des Trubels auf dem Weihnachtsmarkt etwas Ruhe und Besinnung sucht, der ist in der Gedächtniskirche gut aufgehoben. Neben Konzerten und Gottesdiensten gibt es auch Vorträge anlässlich des 60-jährigen Bestehens der neuen Gedächtniskirche. Am 19. Dezember gibt es dazu zunächst um 10 Uhr einen Festgottesdienst, während nur wenige Stunden später, 18.45 Uhr, in der Kirche des fünften Jahrestages des Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz gedacht wird. Zu allen Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich, es gilt die 2G-Regel. Mehr Informationen gibt es unter www.gedaechtniskirche-berlin.de

Adventsmärkte auf der Domäne Dahlem wurden kurzfristig abgesagt

Während der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz stattfinden soll, wurden die Adventsmärkte auf der Domäne Dahlem nun kurzfristig abgesagt. Wie Tobias Frietzsche, Geschäftsführer der Domäne Dahlem Veranstaltungsgesellschaft mbH und Organisator der Marktfeste, erklärt, seien verschiedene Modelle durchgespielt worden, um doch noch sichere Adventsmärkte zu ermöglichen – weniger Stände, größere Abstände, noch stärker reduzierte Besucherzahlen, dazu 2G plus Maskenpflicht und mehr Sicherheitspersonal, um die Maßnahmen durchzusetzen. Doch bei solchen Szenarien übersteigen die Kosten bei Weitem die erwarteten Einnahmen, heißt es.

Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, 22. November bis 2. Januar, Mo.-Do. 11-21 Uhr, Fr. und Sbd. 11-22 Uhr, 24. Dezember 11-14 Uhr, 25. und 26. Dezember 13-21 Uhr, 31. Dezember 11-1 Uhr, 1. Januar 13-21 Uhr