Notfälle

Berliner Feuerwehr: Ausnahmezustand wird zum Normalfall

Der medizinische Rettungsdienst der Feuerwehr ist oft überlastet.

Der medizinische Rettungsdienst der Feuerwehr ist oft überlastet.

Foto: Michael Hanschke / dpa

Der medizinische Rettungsdienst musste im laufenden Jahr deutlich häufiger ausrücken als 2020. Der Feuerwehr fehlt das Personal.

Berlin. Die Feuerwehr hat seit Jahresbeginn bereits 149 Mal den Ausnahmezustand ausgerufen – doppelt so oft wie im Gesamtjahr 2020. Das teilte die Behörde dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit.

Grund ist ein deutlicher Anstieg der Einsatzzahlen des medizinischen Rettungsdienstes. Laut Feuerwehr-Sprecher Thomas Kirstein registrierte die Feuerwehr im laufenden Jahr bis zu 1800 Einsätze pro Tag. Vor Beginn der Corona-Pandemie seien es täglich rund 1200 bis 1500 Einsätzen gewesen.

Zu den Gründen gebe es nur Vermutungen. Angesichts der Pandemie seien medizinische Einrichtungen womöglich stark mit dem Impfen befasst. Hilfsbedürftige griffen daher womöglich auf den Rettungsdienst der Feuerwehr zurück.

Viele Stellen sind unbesetzt

Für eine Normalisierung der Lage brauche die Feuerwehr mehr Personal und mehr Fahrzeuge, sagte Kirstein. Kurzfristig sei ein personeller Aufwuchs aber kaum möglich. Viele auf dem Papier existierende Stellen seien unbesetzt. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter betrage drei Jahre. Die Bevölkerung müsse zudem sensibilisiert werden, die 112 nur in Notfällen in Anspruch zu nehmen.

Den Ausnahmezustand ruft die Feuerwehr aus, wenn Rettungswagen zu 80 Prozent ausgelastet sind und sie es nicht mehr schaffen, innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort zu sein. Feuerwehrleute zur Brandbekämpfung werden dann auch für den medizinischen Rettungsdienst eingesetzt.