Pandemie

2G in Berlin: Das sind die neuen Regeln

| Lesedauer: 4 Minuten
Joachim Fahrun
Eine Mitarbeiterin trägt einen Aufsteller mit dem Hinweis auf die 2G-Regel durch das Foyer des Berliner Ensemble. Ab Montag gilt in Berlin in vielen Bereichen der Zutritt nach der 2G-Regel. In Restaurants, Kinos und Theatern haben dann nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt.

Eine Mitarbeiterin trägt einen Aufsteller mit dem Hinweis auf die 2G-Regel durch das Foyer des Berliner Ensemble. Ab Montag gilt in Berlin in vielen Bereichen der Zutritt nach der 2G-Regel. In Restaurants, Kinos und Theatern haben dann nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt.

Foto: dpa

Seit Montag dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in viele Einrichtungen. Der Senat plant zwei neue Impfzentren.

Berlin. Ab diesen Montag ist es in Berlin für ungeimpfte Personen so gut wie unmöglich, legal am öffentlichen oder kulturellen Leben teilzunehmen. Wer nicht gegen Covid-19 geimpft oder im letzten halben Jahr von der Infektionskrankheit genesen ist, darf die Innenräume von Kneipen, Cafés und Restaurants ebenso wenig betreten wie Kinos, Theater oder Museen.

Auch Sport im Fitnessstudio oder in Hallen oder Schwimmen im Hallenbad ist nur noch unter 2G gestattet. Das Gleiche gilt für Zoo und Tierpark, Freizeitparks, Spielhallen, Saunen, Thermen oder andere Vergnügungsstätten. In Tanzlokalen und Clubs gilt in Berlin schon länger eine strenge 2G-Vorgabe.

Im Freien ist Sport auch in Gruppen hingegen weiter unter 3G-Bedingungen, also auch für negativ Getestete möglich. Der Berliner Fußball-Verband erwartet daher keine gravierenden Auswirkungen auf den Amateursport. Der Besuch in Fußball-Bundesligastadien ist für Ungeimpfte kaum noch möglich. Bei Veranstaltungen mit mehr als 2000 Besuchern gilt auch unter freiem Himmel 2G.


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2G-Regel in Berlin: Ausnahmen für Kinder

Eine Ausnahme macht der Senat für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Diese müssen aber für die Teilnahme an 2G-Veranstaltungen negative Corona-Tests vorlegen sowie für die Volljährigen die ärztliche Begründung, warum eine Impfung nicht möglich ist.

Besuche bei körpernahen Dienstleistern wie Friseuren oder Kosmetikstudios sind ab dieser Woche nur noch für Geimpfte und Genesene zugelassen.

Ein Sprecher des Humboldt Forums präzisierte am Sonntag die Anforderungen an Besucher: „Als Nachweis müssen digital lesbare Impf- oder Genesenenzertifikate vorgelegt werden. Die Vorlage eines Impfausweises in Papierform ohne digital lesbaren QR-Code oder ein aktueller Testnachweis reichen für den Besuch nicht mehr aus.“

Vertreter der Kulturbranche erwarten durch 2G kaum Veränderungen für den Besuch ihrer Häuser. Der Kinobetreiber Christian Bräuer, Chef des Programmkinoverbandes AG Kino, sagte, in ihre Lichtspieltheater kämen ohnehin nur noch wenige Getestete. Ähnlich hatten sich Theaterintendanten geäußert. „Die Impfkampagne – befürchte ich – werden wir so nicht weiter voranbringen“, sagte Bräuer.

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Corona: Zusätzliche Impfangebote in Berlin

In der vergangenen Woche gab es nach Daten der Senatsgesundheitsverwaltung 15.257 neue Erstimpfungen in der Stadt, die Quote der Erstimmunisierungen erreichte die 70-Prozent-Marke. Unter Erwachsenen liegt sie laut Robert Koch-Institut bei 80 Prozent. In Berlin versucht der Senat, durch zusätzliche Impfangebote Menschen doch noch zu dem Piks zu bewegen.

Mit einem Impfzentrum auf dem Gelände der Trabrennbahn Karlshorst will die Gesundheitsverwaltung die Impfmöglichkeiten im Ostteil der Stadt ausbauen. Bis zu 800 Impfungen täglich sollen dort mit Terminbuchung in Kürze möglich sein, wie Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) am Wochenende sagte. Der Standort sei gut per S-Bahn, Bus und Auto erreichbar, Taxis könnten gut vorfahren. Zudem will die Gesundheitsverwaltung die Impfkapazität in Lichtenberg im Ring-Center an der Frankfurter Allee ausbauen auf bis zu 800 Impfungen täglich. Beide Standorte sollen noch im November öffnen.

Auch 2GPlus ist eine Option

Ob es in Berlin bei der nun fast überall geltenden 2G-Regel bleibt, ist offen. Der Senat hat sich vorbehalten, in der nächsten Woche über die Option 2G-Plus zu entscheiden, bei der auch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Test vorlegen müssen. Klare Vorgaben, etwa ab welcher Inzidenz diese Verschärfung gelten solle, gibt es aber nach Informationen aus Senatskreisen bisher nicht.

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, plant die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP im Bundestag eine Verschärfung in ihrem Infektionsschutzgesetz, das diese Woche im Parlament beschlossen werden soll. Damit würde den Ländern explizit die Möglichkeit an die Hand gegeben, auch 2G-Plus einzuführen

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