Berliner Justiz

4000 Messer dieses Jahr in Berlins Gerichten gefunden

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Foto: Patrick Pleul / dpa

Elektroschocker, Cannabis oder Pfefferspray: Was Gerichtsbesucher an den Einlasskontrollen alles abgeben mussten.

Ungeachtet des eingeschränkten Betriebs während der Pandemie sind bei den Berliner Gerichten im vergangenen Jahr mindestens 6200 Messer sichergestellt worden. Etliche Male stießen die Justizbeamten auch auf Pfefferspray, Scheren und Werkzeug, wie die Senatsverwaltung für Justiz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im laufenden Jahr wurden bislang (Stand 1. November) bei den Kontrollen mindestens 4000 Messer sichergestellt.

„Wegen Corona waren Gerichte zum Teil 2020 im Notbetrieb und es gibt deutlich weniger Publikumsverkehr seitdem“, erläuterte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). Dass trotzdem so viele gefährliche Gegenstände gefunden worden seien, zeige, wie wichtig ein Sicherheitskonzept für die Gerichte sei. „Wir müssen sicherstellen, dass Verhandlungen für alle Beteiligten ungefährdet stattfinden können“, so Behrendt.

Gepäckkontrolle wie am Flughafen

Der Senator hatte ein entsprechendes Konzept 2018 vorgestellt, dass zwischenzeitlich laut Verwaltung von den Gerichten umgesetzt wurde. Dazu gehören etwa Drehkreuze oder sogenannte Karusselltüren und Sicherheitsschleusen mit Technik zum Durchleuchten, wie man diese etwas von der Gepäckkontrolle am Flughafen kennt.

Bei den Kontrollen im laufenden Jahr wurden allein am Gerichtscampus Moabit - wozu das Amts- und Landgericht Tiergarten sowie die Staatsanwaltschaft und das Verwaltungsgericht gehören - knapp 1970 Hieb- und Stichwaffen gefunden. Im vergangenen Jahr waren es nach den Justizangaben rund 2250. Im Amtsgericht Pankow fanden die Wachtmeisterinnen und Wachtmeister demnach 510 Messer (2020: 516), im Amtsgericht Kreuzberg 229 Messer und Klingen (2020: 541), am Standort Mitte waren es 266 (2020: 630).

Elektroschocker werden eher selten gefunden

Am Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg wurden unter anderem bislang in diesem Jahr herausgefischt: 56 Taschenmesser (2020: 59), 16 Cuttermesser (15) sowie 20 sogenannte Multitools (20), die als Werkzeug vielseitig einsetzbar sind.

Zu den selteneren Funden gehörten Elektroschocker, ein Betonklotz oder ein Hammer. Häufiger stoßen die Justizbediensteten hingegen auf Pfefferspray, Glasflaschen oder gefährliches Werkzeug wie Schraubenzieher, Sägen oder Zangen.

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( BM/dpa )