Coronavirus in Berlin

Hohe Inzidenz: Berliner Senat prüft neue Verschärfungen

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Jens Anker
„Wir wollen die Weichen für einen klimaneutralen Bezirk Mitte stellen“, heißt es in der Präambel des 13-seitigen Papiers.

„Wir wollen die Weichen für einen klimaneutralen Bezirk Mitte stellen“, heißt es in der Präambel des 13-seitigen Papiers.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Michael Müller hat angesichts der Pandemieentwicklung weitere einschränkende Corona-Maßnahmen für Berlin in Aussicht gestellt.

Berlin. Der Berliner Senat will am kommenden Dienstag über erneute Corona-Einschränkungen entscheiden. Angesichts stark steigender Zahlen und anstehender Weihnachtsfeiern und -märkte rief der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) zur Vorsicht auf. „Wir wollen gut aufgestellt in den Winter gehen“, sagte Müller. Der Senat prüfe daher, ob wieder Personenobergrenzen für Veranstaltungen oder Testpflichten für Geimpfte und Genesene eingeführt werden, kündigte Müller an. Auch strengere 2G-Vorgaben stehen zur Diskussion. Einschränkungen für private Treffen soll es nicht geben.

Müller wies auf die bereits jetzt gestiegenen Infektionszahlen hin. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 156,1 - am Vortag noch bei 140,2. Auch die Folgen seien bereits sichtbar, warnte der SPD-Politiker, etwa bei der Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern. „Wir sehen es sogar wieder bei den Todesfällen.“ Über einige Wochen habe es so gut wie keine gegeben - auch das habe sich verändert. „Wir wissen, dass wir an einem Punkt sind, Wochen vor den eigentlich harten Monaten.“

Auch Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) nannte die Lage „sehr ernst und besorgniserregend“ und kündigte strengere Kontrollen etwa in der Gastronomie an. Im Gastgewerbe verlagere sich das Geschäft nun in die Innenräume. Kalayci kritisierte, dass dort nicht immer kontrolliert werde, ob Gäste zum Beispiel geimpft seien. „Das macht uns schon Sorge“, sagte die Gesundheitssenatorin. Insgesamt sollten die Kontrollen durch Ordnungsämter und Polizei noch einmal verstärkt werden.

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Jens Spahn dringt auf Booster-Impfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt unterdessen weiter auf Auffrischungsimpfungen auf möglichst breiter Front zum Schutz vor dem Coronavirus im Winter. Demnach sollen sich alle Altersgruppen um eine Booster-Impfung bemühen. In Berlin haben bereits 4,4 Prozent der vollständig Geimpften eine Auffrischungsimpfung erhalten, bei den über 60-Jährigen sind es 15 Prozent.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Booster für länger zurückliegende Impfungen vorerst in engerem Rahmen – unter anderem für Menschen ab 70 und Risikogruppen. In Berlin betrifft das nach Angaben der Gesundheitsverwaltung 400.000 Menschen, die bis Ende Mai vollständig geimpft waren.

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Pflegeeinrichtungen sollen zu Testkonzepten verpflichtet werden

Pflegeeinrichtungen sollen nach den Vorschlägen des Bundes zu Testkonzepten für den Herbst und Winter verpflichtet werden. Diese sollten „unabhängig vom Impfstatus mindestens zweimal wöchentlich obligatorische Tests für das Personal vorsehen“, heißt es in dem Entwurf. Alle Besucher von Pflegeheimen sollten ebenfalls ein frisches negatives Testergebnis vorweisen müssen – alternativ sollen die Einrichtungen Schnelltests anbieten müssen. Ende dieser Woche kommen die Gesundheitsminister der Länder zu einem erneuten Treffen zusammen, um geeignete Maßnahmen gegen ein weiteres Ansteigen der Corona-Zahlen zu besprechen.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung schrieben wir, dass der Berliner Senat neue Kontaktverbote prüft. Es handelt sich aber um Personenobergrenzen für Veranstaltungen.

( dpa )