Weihnachten

Berlin verlängert die Weihnachtsferien

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Beatrix Fricke und  Nicole Dolif
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Für Berlins Lehrer, Schüler und Eltern beginnen die Weinhachtsferien nun doch einen Tag früher als ursprünglich geplant.

Berliner Familien bekommen längere Weihnachtsferien: Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte den 23. Dezember überraschend für unterrichtsfrei. Dabei hieß es noch vor zwei Wochen auf Nachfrage der Berliner Morgenpost aus der Bildungsverwaltung, dass man „zu diesem Thema noch nichts Neues verkünden“ könne, wies aber darauf hin, dass die Ferien in anderen Bundesländern auch erst am 24. Dezember beginnen würden. Der Grund für den späten Ferienbeginn ist der Feiertag am Dienstag, 8. März 2022. Durch ihn entsteht ein Brückentag. Und da alle 75 Ferientage bereits vergeben waren, sei der 23. Dezember als unterrichtsfreier Tag zugunsten des 7. März 2022 aufgehoben worden.

Daraufhin hatten die Schulleiterverbände in der Morgenpost vor den zu kurzen Weihnachtsferien eindringlich gewarnt. Sie befürchteten eine große Anzahl Beurlaubungen für den 23. Dezember. Denn obwohl die Änderung der Weihnachtsferien bereits im Juni 2019 auf der Homepage der Bildungsverwaltung bekannt gegeben worden war, wurde bis zuletzt in etlichen Online-Kalendern der sonst übliche 23. Dezember als erster Ferientag genannt. „Deshalb wird es viele Familien sicher unvorbereitet treffen und ihre Urlaubsplanung durcheinanderbringen“, sagte Arnd Niedermöller, Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren (VOB). Außerdem sei die Erholungszeit für Schüler und Lehrer dadurch auch einfach zu kurz. „Es könnte zu einem Leistungseinbruch im zweiten Halbjahr kommen“, so Niedermöller.

Es gehe darum, Hektik und Stress zu reduzieren

Die Warnungen hatten offenbar Erfolg: Nach Rücksprache mit den Schulleitungsverbänden und dem Vorstand des Landeselternausschusses änderte Bildungssenatorin Scheeres nun ihre Meinung und schenkte Lehrern, Schülern und Familien den unterrichtsfreien Tag direkt vor Heiligabend. Es gehe darum, Hektik und Stress unmittelbar vor Weihnachten für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler zu reduzieren.

„Die besondere Situation durch die Pandemie hält nun schon seit mehr als eineinhalb Jahren an und belastet die Schulen und insbesondere die Familien in besonderem Maße“, so Scheeres. „Um Kindern und Jugendlichen sowie allen Eltern und Sorgeberechtigten eine Weihnachtszeit ohne allzu großen Zeitdruck bieten zu können, habe ich mich entschlossen, den 23. Dezember zu einem unterrichtsfreien Tag zu erklären. Das, so hoffe ich sehr, soll die Familien entlasten und wird ihnen guttun.“

Landeselternausschuss begrüßt Entscheidung

Die Entscheidung wurde von allen Seiten begrüßt. Niedermöller, der als Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren den späten Ferienbeginn zuerst kritisiert hatte, sagte: „Als Sprecher des Verbandes möchte ich mich für die Initiative und den großen Einsatz von Frau Senatorin Scheeres in diesem Zusammenhang bedanken.“

In ähnlicher Weise äußerte sich seine Kollegin Astrid-Sabine Busse: „Als Vorsitzende des Interessenverbandes Berliner Schulleitungen begrüße ich die Entscheidung der Senatorin. Sie ermöglicht Familien einen entspannten Start in die Ferien. Viele Angehörige leben nicht in Berlin, und Weihnachten möchte man doch zusammen mit seinen Liebsten feiern. Außerdem wird die Verkehrslage entzerrt.“

Zufrieden mit der Entscheidung ist auch Norman Heise, Vorsitzender des Berliner Landeselternausschusses. „In den vergangenen Monaten mussten Eltern und Kinder viele Einschränkungen ertragen. Der freie Tag direkt vor Weihnachten kann dazu beitragen, Weihnachten wieder als Fest der Familie zu erleben. Deshalb ist die Entscheidung richtig!“, so Heises Reaktion.