Rettungsmedaille

Von U-Bahn mitgeschleiftes Kind gerettet - Senat ehrt Helfer

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Die Rettung des Mädchens erfolgte auf einem Bahngleis der U-Bahnlinie U8 (Archivbild).

Die Rettung des Mädchens erfolgte auf einem Bahngleis der U-Bahnlinie U8 (Archivbild).

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Ein sechsjähriges Mädchen war im September 2020 von einer U-Bahn mitgeschleift worden. Zwei Männer retteten sie. Nun werden sie geehrt.

Berlin. Zwei Männer, die ein von einer U-Bahn mitgeschleiftes sechs Jahre altes Mädchen gerettet haben, werden vom Berliner Senat mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet. Die Ehrung von Inan Göl und einem Mann, der in der Mitteilung des Senats mit Y.E. abgekürzt wird, erfolgt auf Vorschlag von Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Die Rettung des Mädchens erfolgte am 3. September 2020 auf einem Bahnsteig der U-Bahnlinie U8. Laut Mitteilung war die Sechsjährige nach dem Türsignal zum Zug gerannt, hatte eine Hand zwischen die schließenden Türen gehalten, wurde eingeklemmt und vom anfahrenden Zug mitgeschleift.

Göl lief demnach zu dem eingeklemmten und schreienden Kind, hielt es fest und versuchte, die Hand aus der Tür herauszuziehen. Zunächst lief er mit der anfahrenden Bahn mit, fiel dabei zu Boden. Dadurch glitt ihm das Kind aus den Händen und wurde in den Tunnel mitgeschleift. Göl schrie und forderte dazu auf, die Notbremse zu betätigen.

Als der Zug im Tunnel verschwunden war, rannte der zweite Mann dem Zug hinterher und fand nach etwa 70 Metern das erheblich verletzte Mädchen neben dem Gleis liegen. Es atmete schwer, konnte nicht sprechen und die Augen öffnen. Y. E. kniete sich neben das Mädchen, wirkte beruhigend auf das Kind ein. Er blieb bei ihm, bis Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr eintrafen.

Rettung des Mädchens unter besonders schwierigen Umständen

Der Senat teilte nun mit, dass die Rettungshandlungen unter besonders schwierigen Umständen erfolgten, im ersten Fall aufgrund der Beschleunigung des Zuges, im zweiten Fall aufgrund der unter Strom stehenden Gleisanlage. Inan Göl und Y. E. hätten sich mit dem Ziel, das hilflose Kind aus der akuten lebensgefährlichen Notlage zu retten, einer erheblichen Gefahr für ihr eigenes Leben ausgesetzt.

Durch ihr spontanes, uneigennütziges und beherztes Eingreifen hätten beide Männer versucht, das Leben der Sechsjährigen zu retten und vermutlich das Schlimmste verhindert. Beide hätten damit ein besonderes Maß an Mut und Opferbereitschaft bewiesen, das durch die Verleihung der Rettungsmedaille gewürdigt werde. Ihr selbstloses Verhalten verdiene Respekt und Anerkennung.

( BM )