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Sturmböen in Brandenburg: Lokführer vom Ast erschlagen

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dpa

Ein Herbststurm ist über Brandenburg gezogen, mit tödlichen Folgen: Ein Lokführer kommt ums Leben. Polizei und Feuerwehr müssen häufig ausrücken.

Potsdam. Ein Lokführer einer Regionalbahn ist bei dem kräftigen Sturm, der Brandenburg durchgeschüttelt hat, ums Leben gekommen. Bei Templin (Uckermark) wurde der 50-Jährige von einem herabstürzenden Ast erschlagen, wie die Polizei in Frankfurt/Oder mitteilte. Der Mann erlag am Freitagmorgen im Krankenhaus seinen Verletzungen. Er wollte während des Sturms am Donnerstag herabgefallene Äste von den Gleisen räumen.

In Schlieben im Landkreis Elbe-Elster wurde ein 41 Jahre alter Autofahrer schwer verletzt. Dort stürzte am Donnerstagnachmittag ein Baum auf das Auto, wie die Polizei mitteilte.

Rund fünfzig Kilometer weiter drängte eine Windböe ein Auto auf der Bundesstraße 169 zwischen Plessa und Kaupen an den Straßenrand, über die Leitplanke und gegen einen Baum. Nach den Angaben vom Freitag wurde der 21 Jahre alte Fahrer leicht verletzt.

In einigen Gegenden in Brandenburg fiel der Strom aus. Rund 600 Kunden im Landkreis Spree-Neiße waren auch am Freitagnachmittag noch ohne Strom, wie ein Sprecher des Energieversorgers envia Mitteldeutsche Energie AG in Chemnitz sagte. Er hoffe, dass das Problem bis zum Abend gelöst sei. Herabfallende Äste hätten Stromleitungen zerstört, auch Masten seien beschädigt worden.

Überall in Brandenburg ließ der Sturm Bäume umstürzen und Dachziegel durch die Gegend fliegen. Die Regionalleitstelle Lausitz in Cottbus sprach von 652 Einsätzen bis zum frühen Freitagmorgen. Neben umgestürzten Bäumen habe es auch häufig Einsätze wegen abgedeckter Dächer gegeben, wie ein Sprecher sagte.

Die Regionalleitstelle Oderland in Frankfurt (Oder) zählte am Donnerstag rund 500 sturmbedingte Einsätze. "Es findet sich immer noch der eine oder andere umgestürzte Baum, aber im Großen und Ganzen ist es vorbei", sagte ein Sprecher am Freitag.

Die Regionalleitstelle für die Stadt Brandenburg an der Havel sowie die Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming mussten am Donnerstag zu 308 Sturmeinsätzen ausrücken. "Es gab kein spezielles Gebiet, es gab Einsätze überall", sagte eine Sprecherin. Größtenteils seien es auch hier umgestürzte Bäume oder abgerissene Dachrinnen gewesen.

Der Sturm fegte auch über die Parkanlagen in Brandenburg hinweg und richtete Schaden an. Einem Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zufolge wurden im Park Sanssouci neun große Bäume entwurzelt oder umgerissen. Im Park Babelsberg seien größere Teile von zwölf Baumkronen abgebrochen. "Jeder Baum ist ein immenser Verlust für die Gartenkunstwerke", sagte der Sprecher. Wegen weiterer Sturmwarnungen entschied sich die Stiftung, alle Parks und Schlösser in Berlin und Brandenburg auch am Freitag geschlossen zu lassen. Eine Ausnahme sei nur das Schloss Charlottenburg, da es ohne Bäume in der Nähe des Schlosses zugänglich sei.

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( dpa )