Prozess

Fahrer nach SUV-Unfall an der Invalidenstraße vor Gericht

Die Anteilnahme war wenige Tage nach dem tragischen SUV-Unfall auf der Invalidenstraße groß (Archivbild).

Die Anteilnahme war wenige Tage nach dem tragischen SUV-Unfall auf der Invalidenstraße groß (Archivbild).

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Vor zwei Jahren fuhr ein SUV in eine Tramhaltestelle an der Invalidenstraße. Vier Menschen starben. Nun steht der Fahrer vor Gericht.

Berlin. Mehr als zwei Jahre nach dem tödlichen SUV-Unfall auf der Invalidenstraße beginnt nun vor dem Berliner Landgericht der Prozess gegen den Fahrer. Michael M. muss sich ab kommenden Mittwoch vor der 42. Strafkammer wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten. Damals starben vier Menschen, darunter ein dreijähriges Kind und seine Großmutter.

Der heute 44-Jährige fuhr laut Anklage am Abend des 6. September 2019 gegen 19 Uhr durch Mitte, als er auf der Invalidenstraße infolge eines epileptischen Anfalls die Kontrolle über seinen Porsche Macan verlor. Bei einem Überholmanöver soll M. zuvor auf die Gegenfahrbahn gefahren sein, als er verkrampfte und das Gaspedal voll durchdrückte.

SUV flog durch die Luft und erfasst vier Menschen

Nach rund 80 Metern soll der Wagen an der Kreuzung Invaliden- und Ackerstraße gegen Metallpoller und die dortige Ampelanlage gefahren sein, wodurch das Auto durch die Luft geschleudert wurde und sich mehrfach überschlug. Dabei erfasst er die vier Opfer, die an der roten Ampel warteten. Alle starben noch am Unfallort.

M. wird vorgeworfen, sich hinter das Steuer seines Wagens gesetzt zu haben, obwohl er nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht in der Lage war und dies hätte erkennen müssen. Der Angeklagte litt demnach an einer strukturellen Epilepsie und hatte infolge einer Operation einen Monat zuvor eine Hirnnarbe.

Urteil für Februar 2022 geplant

Für den Prozess sind insgesamt 21 Verhandlungstage geplant. Das Urteil ist für den 9. Februar 2022 vorgesehen.