Verhandlungen

Tarifstreit beendet: Im Einzelhandel gibt es mehr Lohn

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Vergangene Woche haben Beschäftigte im Einzelhandel in Berlin, unter anderem von Ikea, noch gestreikt. Nun gibt es einen Tarifabschluss.

Vergangene Woche haben Beschäftigte im Einzelhandel in Berlin, unter anderem von Ikea, noch gestreikt. Nun gibt es einen Tarifabschluss.

Foto: Paul Zinken / dpa

Im Tarifstreit zwischen Verdi und dem Handelsverband Berlin-Brandenburg wurde eine Einigung erzielt. Löhne steigen um 4,7 Prozent.

Berlin. Im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Handelsverband Berlin-Brandenburg hat es eine Einigung gegeben: Verdi gab am Dienstag bekannt, dass nach der vierten Verhandlungsrunde ein Tarifabschluss erzielt wurde. Für die rund 219.000 Beschäftigten im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg soll es damit künftig mehr Geld geben.

Insgesamt sollen die Löhne um 4,7 Prozent steigen. In einem ersten Schritt sollen Verkäuferinnen und Verkäufer bereits ab kommenden Monat drei Prozent mehr erhalten. Höher eingruppierte Beschäftigte bekommen einen Festbetrag von 80 Euro, wie Verdi mitteilte. Ab Juli 2022 erhalten alle Beschäftigten weitere 1,7 Prozent. Der neue Tarifvertrag läuft über 24 Monate. Differenzierungen nach Unternehmen – etwa abhängig davon, ob diese mit Lebensmitteln oder Kleidung handeln und damit von Schließungen betroffen waren – gibt es keine.

Handelsverband Berlin-Brandenburg mit Tarifeinigung unzufrieden

Noch am vergangenen Donnerstag hatten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter anderem von Edeka, Kaufland, Primark und Ikea gestreikt. 500 Beschäftige hatten sich Verdi zufolge an dem Arbeitsausstand beteiligt, zu Geschäftsschließungen war es aber nicht gekommen. Zuvor war bereits Mitte September gestreikt worden. „Die Tarifrunde war außergewöhnlich lang, aber die Beharrlichkeit der Kolleginnen und Kollegen zahlt sich im Ergebnis nun für sie aus“, bilanzierte nun Conny Weißbach, Verhandlungsführerin bei Verdi. Zuletzt hatte Verdi unter anderem auf die Systemrelevanz der Beschäftigten im Handel in der Pandemie sowie die steigende Inflationsrate verwiesen, weshalb mehr Gehalt angebracht sei.

Kritischer sieht man den nun erzielten Tarifabschluss beim Handelsverband. Zwar habe man den tariflichen Frieden wieder herstellen müssen, sagte Verbandschef Nils Busch-Petersen. Dennoch sprach er von „keiner guten Stunde“; der Abschluss sei ihm sehr schwer gefallen. Der Handelsverband hatte auf jene Differenzierung zwischen den Unternehmen gedrängt, je nachdem wie diese durch die Pandemie gekommen sind.

„Wir haben versucht, eine vernünftige Lösung zu finden, weil es den Unternehmen so unterschiedlich geht“, so Busch-Petersen. „Zu dieser Differenzierung war Verdi jedoch zu keiner Zeit bereit.“ Während der Tarifvertrag für manche Unternehmen, etwa aus dem Lebensmittelhandel, vertretbar sei, werde es für andere schwer, ihn mitzugehen.