Berlin-Wahl

Neue Wahlpanne: Namensgleiche Politiker verwechselt

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Zieht ins  Abgeordnetenhaus ein, wurde aber nicht benachrichtigt: Andreas Otto (Grüne).

Zieht ins Abgeordnetenhaus ein, wurde aber nicht benachrichtigt: Andreas Otto (Grüne).

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Andreas Otto gibt es zweimal in Berlin. Einer zieht ins Abgeordnetenhaus ein, der andere nicht. Benachrichtigt wurde der Falsche.

Berlin. Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus hat es die nächste Wahl-Panne gegeben. Denn die Landeswahlleitung benachrichtigte einen Politiker, er werde ins Abgeordnetenhaus einziehen, obwohl er die Wahl verloren hatte. Schuld ist eine Namensgleichheit.

Denn Andreas Otto gibt es zweimal in Berlin. Nichts Ungewöhnliches in einer Stadt mit 3,6 Millionen Einwohhnern. Ungewöhnlicher ist schon, dass beide Politiker sind und bei der Wahl kandidierten. Andreas Otto aus Reinickendorf für die FDP und Andreas Otto aus Pankow für die Grünen.

Wahlpanne in Berlin - „Es ist schon ein merkwürdiges Ding“

Während Andreas Otto aus Pankow ins Abgeordnetenhaus einzieht, ging Andreas Otto aus Reinickendorf leer aus. Doch er erhielt die Benachrichtigung von der Landeswahlleitung, wie die „BZ“ berichtet. „Es ist schon ein merkwürdiges Ding“, sagte der richtige Gewinner der Zeitung. „Entweder ist es trotz oder wegen der Digitalisierung passiert.“

Aus Sicht des Grünen-Politikers, der seinen Wahlkreis an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg sogar mit dem besten Ergebnis aller Direktkandidaten in Berlin gewann (41,3 Prozent) ist die Verwechslung ein Beleg für die kuriosen Verhältnisse in der Stadt. „Das sind Geschichten, die es nur in Berlin gibt“, kommentiert der Wahlgewinner die Posse. Gleichzeitig sei der Fall ein Beleg dafür, wie dringend die Hauptstadt ihre Verwaltung auf Vordermann bringen muss.

Landeswahlleitung muss sich erneut erklären

Aber wie konnte der Verwechslungsfehler überhaupt passieren? Die Landeswahlleitung erklärte am Montag dazu Folgendes: „Da für die Bewerberinnen und Bewerber zum Teil nur die Erreichbarkeitsanschriften vorlagen und mögliche Umzüge berücksichtigt werden mussten, war ein Abgleich mit den aktuellen Meldeanschriften der Gewählten erforderlich. Hier ist der Fehler passiert.“

Tatsächlich sei die Panne aber für den Adressaten deutlich erkennbar gewesen. Denn dem Schreiben, das irrtümlich Andreas Otto von der FDP zuging, war eine Annahmeerklärung beigefügt, wonach es für den Bewerber der Partei Bündnis 90 / Die Grünen im Wahlkreis Pankow 6 gedacht war. Demnach hätte der „falsche“ Otto das Mandat mit dem Schreiben rechtlich gesehen nicht antreten können, selbst wenn er gewollt hätte.

Ganz leer geht auch der „falsche“ Gewinner laut Bericht nicht aus. Andreas Otto (FDP) wird in Reinickendorf in die BVV einziehen.