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Ausstellung "What the fuck is happening?!" zu Corona-Kultur

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dpa
Ein Besucher der Ausstellung "Corona Culture - What the fuck is happening?!" fotografiert die Skulptur "Mind Turbine".

Ein Besucher der Ausstellung "Corona Culture - What the fuck is happening?!" fotografiert die Skulptur "Mind Turbine".

Foto: dpa

Berlin. Nach vier pandemiebedingten Verschiebungen stellt eine ungewöhnliche Kunstschau in Berlin den Hinderungsgrund ins Zentrum der Arbeiten. Die Ausstellung "Corona Culture - What the fuck is happening?!" hat dafür bis zum 13. November Kellergewölbe und Tresorräume der Alten Münze im Zentrum der Hauptstadt in ein 4000 Quadratmeter umfassendes Kunstareal verwandelt. Die Arbeiten von mehr als 100 Künstlerinnen und Künstlern aus rund 30 Nationen erschließen sich wie bei einem Gang durch ein verfallenes Labyrinth.

Das kuratierende Duo Kala & Krüger wollte nach eigenen Angaben mit der Ausstellung "Raum für kollektive Erfahrungen schaffen". In einer coronabedingten "Zeit des tiefgreifenden soziokulturellen Wandels" ergebe sich ein "lebendiger Safe-Space für Kunst und Kultur".

Die Ausstellung durchläuft in fünf Abschnitten Phasen, die auch an der Pandemieentwicklung festgemacht werden können, wie etwa Informationsflut, Stillstand, Normalisierung. Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit begehbaren Bühnen, Musik, Performances, vielen Videos, Installationen, Lichtskulpturen oder akustischen Werken. Thema ist dabei immer wieder, wie sich die Pandemie auf Werte, Beziehungen oder Sehnsüchte auswirkt.

Marie Jayne Chanel hat mit "Waiting Room - 2" halbierte Stühle an eine Wand montiert. Die Skulptur "Mind Turbine" von Isabelle Tellié, Tinka Vey und Yule Post reagiert auf Knopfdruck, verwandelt das Kellergewölbe mit einer satellitenartigen Skulptur aus Metall, Licht und Sound mit wechselnden Reflexionen.

In der Multimedia-Installation "Pleasant Palce" von Jos Porath und Marie Zwinzscher hat sich eine puppenhaft wirkende Frau in einer gläsernen Konstruktion ein abgetrenntes Paradies aus Pflanzen und Möbeln geschaffen. Aus einem ebenfalls isolierten Raum heraus kann sie per Monitor mit emotional aufgeladenen Begriffen zu kleinen Handlungen animiert werden.

Jonas Urbat und Bruno Montañez geben einem riesigen Kellerraum mit der Licht-Sound-Installation "Who are you when silence and noise become one another" das Ambiente eines jener berühmten Berliner Clubs, die während langer Corona-Monate geschlossen bleiben mussten.

Beeindruckend auch eine Arbeit der Hilfsorganisation Sea-Watch: zwei großformatige Videoscreenings auf Boden und Wand eines Kellerraumes konfrontieren Bilder von der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer mit Eindrücken einer Kreuzfahrt auf See.

© dpa-infocom, dpa:211014-99-589747/2

( dpa )