Prozesse

Männer wegen Kokain-Schmuggels auf Anklagebank

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dpa
Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt.

Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt.

Foto: dpa

Berlin. Weil sie kiloweise Kokain aus den Niederlanden nach Berlin geschmuggelt haben sollen, stehen drei Männer vor dem Landgericht der Hauptstadt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem bandenmäßigen Drogenhandel aus. Bei einer geplanten Übergabe von rund sechs Kilogramm Kokain seien die Angeklagten im Alter von 33, 50 und 66 Jahren festgenommen worden. Der 66-Jährige erklärte zu Prozessbeginn am Mittwoch, er habe für einen Bekannten zwar Fahrten nach Berlin übernommen, jedoch nichts von Drogen im Auto gewusst. Die weiteren Angeklagten schwiegen zunächst.

Die drei niederländischen Staatsbürger sollen im April dieses Jahres Betäubungsmittel nach Berlin geschmuggelt haben, um sie in der Stadt an verschiedene Zwischenhändler zu verkaufen. Der Transport sei in Fahrzeugen erfolgt, die mit konspirativen Verstecken ausgestattet gewesen seien, heißt es in der Anklage. In den Transport- und Begleitfahrzeugen habe die Polizei insgesamt rund 225 000 Euro aus Betäubungsmittelgeschäften sichergestellt.

Der 66-Jährige sagte weiter, ein Geschäftspartner habe ihn im November 2020 gefragt, ob er ihm einen Gefallen tun und Fahrten nach Berlin übernehmen könnte. Dieser Bekannte und ein weiterer Geschäftspartner hätten ihm versichert, dass es sich um einen legalen Transport von Festplatten handeln würde, auf denen Bitcoins gespeichert seien. Von Drogenverstecken in Autos habe er nichts gewusst. "Ich hatte nie im Leben mit Drogen zu tun", versicherte der Rentner. Er habe an den Fahrten auch nichts verdient.

In einem Parallelverfahren müssen sich seit drei Wochen zwei 26- und 30-jährige Männer verantworten, die im April etwa die Hälfte der sechs Kilogramm Kokain für 109 000 Euro angekauft haben sollen. Die Übergabe soll in einer Tiefgarage in Berlin-Mitte stattgefunden haben. Dabei wurden diese Männer und die mutmaßlichen niederländischen Lieferanten festgenommen.

Der Prozess gegen die drei 33- bis 66-jährigen Angeklagten wird am 2. November fortgesetzt.

© dpa-infocom, dpa:211013-99-583630/2

( dpa )