Kriminalität

Zollfahndung nimmt Bierschmuggler-Bande hoch

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In Deutschland werden auf Bier deutlich weniger Steuern fällig, als in anderen europäischen Staaten (Symbolbild).

In Deutschland werden auf Bier deutlich weniger Steuern fällig, als in anderen europäischen Staaten (Symbolbild).

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Drei Männer sollen 26 Millionen Liter Bier durch Europa geschmuggelt haben. Jetzt wurde die Bande unter anderem in Berlin hochgenommen.

Berlin/Frankfurt (Oder). An einem kühlen Bier verdienen nicht nur die Brauereien oder der Kneipenwirt, sondern auch der Staat. Knapp fünf Cent gehen in Deutschland pro halbem Liter an den Fiskus. In anderen Ländern sind es deutlich mehr. Um die Biersteuer zu umgehen, soll eine dreiköpfige Bande über Monate 26 Millionen Liter des Getränks durch Europa geschmuggelt haben. Am Dienstag wurde den drei Männern das Handwerk gelegt.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt durchsuchten Ermittler des Zollfahndungsamts (ZFA) Berlin-Brandenburg am Dienstagmorgen in der Hauptstadtregion sowie in Bremerhaven und Mühlheim mehrere Objekte und stellten zahlreiche Beweismittel sicher. Zwei der drei Männer, ein 25-jähriger Iraner und ein 27-jähriger Deutscher, wurden in Berlin und Bremerhaven verhaftet. Nach dem dritten Mann, einem 37 Jahre alten Türken, wird noch gesucht.

Mitglied der Bierschmuggler-Bande gilt als gefährlich

Insgesamt waren 70 Einsatzkräfte der ZFA Berlin-Brandenburg, Hamburg und Frankfurt/Main sowie der Zentralen Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) im Einsatz. Bei der ZUZ handelt es sich um die Spezialeinheit der deutschen Zollverwaltung – etwa vergleichbar mit den Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei. Sie wurden hinzugerufen, weil der in Berlin ansässige Iraner als gefährlich gilt.

Die drei Männer sollen vorgegeben haben, seit Februar 2021 in insgesamt 1000 Fahrten 26 Millionen Liter Bier aus Frankreich und den Niederlanden in ein angemeldetes Steuerlager in Frankfurt (Oder) gebracht zu haben. Dort sind die Dosen jedoch nie angekommen. Stattdessen wurden sie in Frankreich und Großbritannien auf dem Schwarzmarkt verkauft, wo 18 beziehungsweise 51 Cent pro halbem Liter Biersteuer fällig werden. Den Steuerschaden in beiden Staaten beziffern die Ermittler auf rund zehn Millionen Euro.

Bier kam nie in Frankfurt (Oder) an

Ausgangspunkt der gestrigen Maßnahmen waren Ermittlungen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Frankfurt des Zollfahndungsamtes und des Landeskriminalamtes Frankfurt/Main. Diese verfolgten Hinweise auf einen Drogenschmuggel aus Frankreich mit Endziel Frankfurt (Oder) unter Tarnladungen mit Dosenbier, konnten den aber nicht nachweisen. In Frankfurt (Oder) wurde allerdings festgestellt, dass dort auch kein Bier angekommen war.

Die weiteren Ermittlungen wurden vom ZFA Berlin-Brandenburg in Cottbus übernommen und eng mit den französischen Zollfahndern abgestimmt. „Es war ein Beispiel guter deutsch-französischer Zusammenarbeit“, sagte Oliver Pampel-Jabrane, Leiter der ZFA Berlin-Brandenburg.

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