Basketball

Alba bleibt nach Fenerbahce-Sieg gelassen

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dpa
Ein Basketball landet im Korb.

Ein Basketball landet im Korb.

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Trotz des guten Auftritts will Alba den Fenerbahce-Sieg noch nicht als Wende zum Guten sehen. Doch gibt es positive Ansätze. Neuzugang Oscar da Silva entpuppt sich mehr und mehr als Glücksgriff.

Berlin. Alba-Manager Marco Baldi ist das Berliner Gebilde noch zu fragil. Er wollte den überraschenden 84:70-Erfolg am Dienstagabend gegen Fenerbahce Istanbul nach einem mäßigen Saisonstart noch nicht als großen Befreiungsschlag werten. "Im Moment ist alles auf einem Grat. Es kommt nicht aus einer Sicherheit und Überzeugung heraus, es kommt aus dem Willen heraus", sagte er. "Das wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen, bis wir eine Stabilität und Überzeugung haben", ergänzte Baldi.

Schon am Donnerstag geht es daheim in der Euroleague gegen das spanische Team von Baskonia Vitoria-Gasteiz (20.00 Uhr/Magentasport). Das wird für die ersatzgeschwächten Berliner auch zur Kraftfrage. "Wir wissen, was es gegen Fenerbahce gekostet hat. Das war ein sehr aufwendiges Spiel", sagte Baldi.

Die Basken sind für ihn ein Playoff-Kandidat. "Die haben viel Qualität. Und die sind halt in der Lage, die Spieler zu holen, die wir nicht halten können", sagte Baldi. Bei Baskonia spielen in Rokas Giedraitis, Simone Fontecchio und Jayson Granger drei ehemalige Berliner.

Zumindest bleiben Alba die Reisestrapazen unter der Woche erspart. "Es ist immer besser, im eigenen Bett zu schlafen", sagte Kapitän Luke Sikma.

Gegen Fenerbahce machte Alba einen Schritt nach vorn. Was in den Spielen zuvor noch nicht gelang, klappte beim ersten Euroleague-Sieg. "Dann kommt so ein Rückenwind und ein Vertrauen und plötzlich wächst man an so einer Geschichte. Das ist das Potenzial, das wir haben", sagte Baldi. So hoffen sie, dass sich die Verunsicherung - vor allem der Neuzugänge - langsam löst. "Gerade diesen Spielern hilft das zu sehen, was alles möglich ist", sagte der Alba-Manager.

Als Glücksgriff entpuppt sich mehr und mehr der erst vor zwei Wochen verpflichtete Oscar da Silva. Eingewöhnungszeit scheint der Deutsch-Brasilianer nicht zu benötigen. "Der wirkt innerlich so gefestigt und er setzt sich null unter Druck. Er hat viel weniger Probleme als die, die sich unter Druck setzen", sagte Baldi, der den 23-Jährigen schon nach Berlin holen wollte, bevor er ans College in die USA ging.

Auch wenn noch nicht alles klappt, wirkt da Silva schon gut integriert. Dabei war es erst das vierte Spiel für ihn im Alba-Trikot. Gegen Fenerbahce war er mit 22 Punkten Topscorer der Berliner. "Ich fühle mich von Spiel zu Spiel besser. Ich sehe jedes Spiel als neue Möglichkeit, besser zu werden", sagte er.

"Das es jetzt für ihn so läuft, ist natürlich irre. Das ist ein Spieler, der hier voll reinpasst. Der hat Qualität und er ist bereit daran zu arbeiten", lobte ihn Baldi. Für den Alba-Manager nutzt er die Lücke, die durch Verletzungen auf der Center-Position entstanden ist, gut aus. "Da sieht man, wie durstig wir nach großen Spielern sind und was wir für eine Not haben", sagte er.

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( dpa )