Luftverkehr

Zeitfracht-Gruppe will Flughafen Rostock-Laage übernehmen

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Blick auf das Abfertigungsgebäude auf dem Flughafen Rostock-Laage.

Blick auf das Abfertigungsgebäude auf dem Flughafen Rostock-Laage.

Foto: dpa

Der Flughafen Rostock-Laage ließ sich in den vergangenen Jahren nicht ohne Millionenzuschuss der kommunalen Gesellschafter und des Landes betreiben. Jetzt soll er den Besitzer wechseln.

Laage/Berlin. Der zivile Teil des Flughafens Rostock-Laage soll privatisiert werden. Die Berliner Zeitfracht-Gruppe will ihn als zusätzlichen Logistikstandort weiterentwickeln, wie die drei kommunalen Gesellschafter des Flughafens sowie Zeitfracht am Dienstag mitteilten. Geplant ist demnach der Bau eines Logistikzentrums, in dem Luftfracht und der Transport über die Straße eng verzahnt werden können.

250 zusätzliche Arbeitsplätze sollen dort geschaffen und jetzien Mitarbeiter übernommen werden, sagte ein Zeitfracht-Sprecher. Die Entscheidung über den Verkauf müssen nun die Gesellschafter - die Städte Rostock und Laage sowie der Landkreis Rostock - treffen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Der Flughafen war immer ein Zuschussbetrieb. Allerdings könne kein Regionalflughafen dieser Größenordnung ohne öffentliches Geld auskommen, hieß es stets. Von den Gesellschaftern erhielt er zuletzt jährlich 1,8 Millionen Euro. Eine Million Euro kam zusätzlich vom Land. Derzeit verkehren noch einige Ferienflieger. Einen Linienflugverkehr gibt es nicht. Ein rentabler Geschäftsbetrieb sei so nicht möglich, sagte die Geschäftsführerin der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding, Yvette Hartmann. Bei einer Übernahme durch Zeitfracht fielen diese Zuschüsse weg.

In Laage ist das Luftwaffengeschwader 73 beheimatet. Die Luftwaffe ist Eigentümer des Flughafens. Die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH kann die Infrastruktur mitnutzen und den zivilen Flugverkehr abwickeln. Wie ein Sprecher der Luftwaffe sagte, gab es in der Vergangenheit ein partnerschaftliches Miteinander. "Wir gehen davon aus, dass es auch in Zukunft mit einem möglicherweise anderen Partner gut und partnerschaftlich weiterlaufen wird." Auf dem Fliegerhorst werden Piloten der Luftwaffe ausgebildet. Derzeit sind dort rund 30 "Eurofighter"-Kampfjets stationiert.

Die Landesregierung unterstütze die Privatisierung, sagte Verkehrsminister Christian Pegel. Der Investor sei ein seriöses Familienunternehmen, das bereits bei anderen Projekten den Willen und die Fähigkeit zu nachhaltigem Wirtschaften bewiesen habe. "Wir versprechen uns von dem Verkauf eine langfristige Zukunft für Rostock-Laage", betonte der SPD-Politiker.

"Zeitfracht wird die Diversifizierung des Unternehmens und die Transformation des Regionalflughafens zu einem Innovations- und Technologiestandort im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie der erneuerbaren Energien sehr aktiv weiter vorantreiben", sagte Zeitfracht-Chef Wolfram Simon-Schröter. Das Unternehmen könne den Flughafen sehr gut in die Aktivitäten einbinden und einen Ort für Wachstum schaffen. Zeitfracht sei sehr daran interessiert, dem Flughafen und den Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu bieten.

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( dpa )