Tarifkonflikt

Pflegestreik: Charité und Verdi einigen sich auf Kompromiss

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Die Charité ist das älteste Krankenhaus von Berlin (Symbolbild).

Die Charité ist das älteste Krankenhaus von Berlin (Symbolbild).

Foto: Christoph Hardt/Geisler-Fotopres / picture alliance / Geisler-Fotopress

An der Charité Berlin soll der Personalschlüssel erhöht werden. Darauf haben sich Charité und Verdi in einem ersten Schritt verständigt

Berlin. An der Charité soll der Personalschlüssel erhöht werden. Darauf haben sich der Vorstand und die Gewerkschaft Verdi geeinigt. Nach mehreren Wochen der Verhandlungen verständigten sich die Verhandlungspartner auf ein Eckpunktepapier. Es soll als Basis für eine Einigung im Tarifstreit dienen.

Verdi hatte deutlich mehr Pflegekräfte in den Krankenstation gefordert. Für die Zeit der Verhandlungen werde der Klinikstreik an der Charité heruntergefahren, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Melanie Guba. Zur Verständigung sei es nach einer Nachtsitzung am Donnerstag um 6.30 Uhr gekommen.

Seit vier Wochen wird bei Charité und Vivantes gestreikt

Seit rund vier Wochen kämpft die Gewerkschaft auch mit Streiks dafür, Pflegekräfte zu entlasten, etwa durch eine höhere Personaldichte. Die Auseinandersetzung wird auch beim zweiten landeseigenen Klinikkonzern Vivantes und dessen Tochterunternehmen geführt.

In der Auseinandersetzung geht es nicht allein um Tarife. Die Gewerkschaft möchte einen Entlastungstarifvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen erreichen. Dabei geht es zum Beispiel um einen Ausgleich für Überstunden, die Verbesserung der Ausbildungsqualität und - als größten Knackpunkt - eine Mindestpersonalbesetzung auf den Stationen.

Vivantes-Mitarbeitende setzen Streik fort

Bei Vivantes setzen die Mitarbeitenden den Streik fort. Dort geht es auch um höhere Löhne bei in den Tochterfirmen Beschäftigten. Nach Angaben von Verdi sind bei den Service-Töchtern 400 Beschäftigte im Streik. Für Vivantes war von mehr als 1000 Streikenden die Rede.

Ein Teil des Klinikpersonals war an allen landeseigenen Häusern am 9. September in einen unbefristeten Streik getreten. Die Krankenhäuser müssen deswegen unter anderem planbare Operationen verschieben, Wartezeiten verlängern sich. Die Notfallversorgung ist gesichert.

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( mime/dpa )