Streiks in Berlin

Großer Streiktag: Bauarbeiter, Lehrer, Kuriere im Ausstand

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Mit Warnbaken gesperrte Strasse am Potsdamer Platz in Berlin

Mit Warnbaken gesperrte Strasse am Potsdamer Platz in Berlin

Foto: picture alliance | CHROMORANGE / Karl-Heinz Spremberg

Berlin macht seinem Ruf als Demo-Hauptstadt am Mittwoch Ehre. Wegen Streiks kommt es zu Verkehrsbehinderungen und Unterrichtsausfällen.

Berlin. Großer Streiktag in Berlin: Am Mittwoch machen gleich mehrere Gruppierungen in Berlin ihrem Ärger Luft und protestieren für ihre Forderungen und Ziele. Zu ihnen gehören Bauarbeiter, Lehrer und Fahrradkuriere des Lieferdienstes Gorillas.

Protestzug mit Baufahrzeugen ab 12 Uhr - Straßensperrungen

So soll es am Mittwochmorgen in Berlin Proteste von „1000 plus X“ Bauarbeitern aus allen Teilen Deutschlands geben. Hintergrund ist der Tarifkonflikt auf dem Bau. Autofahrer müssen sich auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen.

Vom Startplatz Scharounplatz an der Philharmonie in Tiergarten soll sich der Zug von Baufahrzeugen um 12 Uhr in Bewegung setzen und auf den Verhandlungsort zusteuern. Gegen 13 Uhr soll die zentrale Bau-Protestaktion vor dem Hotel Berlin Central District an der Stauffenbergstraße in Tiergarten, gegenüber dem Bundesverteidigungsministerium, stattfinden. Dort tagen die Mitglieder der Schlichtungskommission bis einschließlich Freitag.

Sollte es keine Lösung geben, will die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Arbeitskämpfen wichtige Baustellen treffen. „Wir schätzen das Risiko eines Scheiterns und die Erfolgschancen auf 50:50 ein“, sagte Gewerkschaftschef Robert Feiger.

Fahrradkorso: Hunderte Lehrer demonstrieren für kleinere Klassen

Ebenfalls im Ausstand befinden sich nach Schätzungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an diesem Mittwoch rund 500 Lehrkräfte von 28 Schulen. Sie fordern den Abschluss eines Tarifvertrags, in dem eine Verkleinerung der Klassen festgeschrieben ist. Ein Ziel, das bei Elternvertretern, Parteien und Verbänden auf große Zustimmung stößt. Allein in diesem Schuljahr fehlen laut GEW in der Hauptstadt mindestens 400 Lehrkräfte an den Schulen – das sind deutlich mehr, als die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) zum Schuljahresbeginn zunächst angekündigt hatte.

Um 10 Uhr startete ein Fahrradkorso mit rund 400 Teilnehmenden am Oranienplatz in Kreuzberg. Bis ca. 12 Uhr führt die Strecke über die Oranienstraße, Axel-Springer-Straße, Beuthstraße, Axel-Springer-Straße, Leipziger Straße, Friedrichstraße, Dorotheenstraße, Neustädtische Kirchstraße, Unter den Linden, Schloßplatz, Karl-Liebknecht-Straße, Memhardstraße, Rosa-Luxemburg-Straße, Weydingerstraße, Rosa-Luxemburg-Straße, Torstraße, Chausseestraße, Invalidenstraße, Scharnhorststraße, Boyenstraße, Chausseestraße und Müllerstraße zum Max-Josef-Metzger-Platz. Dort befindet sich die Berliner SPD-Geschäftsstelle, in der am Mittwoch erneut Sondierungssgespräche stattfinden.

Fahrradkuriere von "Gorillas" wütend - Protest geht weiter

Für bessere Arbeitsbedingungen setzen sich seit Monaten die Fahrradkuriere des Lebensmittel-Lieferanten Gorillas ein. Nach erneuten Streiks in dieser Woche sind am Dienstagnachmittag mehrere Fahrer gekündigt worden. Das teilte das "Gorillas Workers Collective" via Twitter mit. "Fast alle Mitarbeiter im Bergmannkiez, Gesundbrunnen und Schöneberg sind heute entlassen worden", so das Kollektiv. Laut rbb handelt es sich um rund 30 Fahrer. Das Unternehmen bestätigte demnach die Kündigungen, teilte aber nicht die genaue Zahl der entlassenen Gorillas-Mitarbeiter mit. Die Prostete sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.

( BM )