Nahverkehr

BVG führt neue Guthabenkarte für Ticketkauf ein

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Die BVG hat eine neue Guthabenkarte eingeführt, mit der man künftig in Bussen Fahrkarten kaufen kann.

Die BVG hat eine neue Guthabenkarte eingeführt, mit der man künftig in Bussen Fahrkarten kaufen kann.

Foto: iStock, BVG/Oliver Lang

In den rund 1500 Bussen der BVG kann künftig neben EC- und Kreditkarte sowie Smartphone auch mit Guthabenkarten gezahlt werden.

Berlin. In den Bussen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ist der Ticketkauf nun auch mit einer Guthabenkarte möglich. Wie das Verkehrsunternehmen am Montag mitteilte, sind die Karten ab sofort in den BVG-Kundenzentren erhältlich und können dort sowie über die Website bvg.de/guthabenkarte aufgeladen werden.

Vor knapp drei Monaten, als in den rund 1500 Bussen in Berlin wieder die Vordertür zum Einstieg geöffnet wurde, hatte die BVG ein Pilotprojekt zum bargeldlosen Ticketkauf gestartet. Zuletzt konnten Fahrkarten in den Bussen nur noch mit EC- oder Kreditkarte sowie dem Smartphone bezahlt werden. Mit der Guthabenkarte kommt nun eine weitere Möglichkeit hinzu.

Wie die BVG weiter mitteilte, ist die Karte mit einem beliebigen Betrag bis maximal 150 Euro im Monat aufladbar, gezahlt werden kann die Summe dann auch mit Bargeld. Personengebunden sind die Guthabenkarten nicht, können also auch von mehreren Personen genutzt beziehungsweise weitergegeben werden.

Ziel sei es, das Vertriebsnetz schnellstmöglich auszubauen, sodass bereits in den nächsten Wochen rund 500 Annahmestellen von Lotto Berlin sowie Kioske und Reisemärkte in Berlin als Anlaufstellen hinzukommen sollen, hieß es in der Mitteilung weiter. In Lotto-Annahmestellen können zunächst allerdings nur Karten mit einem Festbetrag von zehn Euro gekauft werden.

BVG will bis Frühjahr 2022 1200 Anlaufstellen bieten

Nach Angaben des Verkehrsunternehmens soll die Guthabenkarte ab dem Frühjahr 2022 auch an allen BVG-Ticketautomaten mit einem beliebigen Betrag wiederaufladbar sein. Zudem soll es an allen Verkaufsstellen der Karte perspektivisch möglich werden, sie mit einem Wunschbetrag aufzuladen. Läuft die Ausweitung wie geplant, werden Kunden ab dem kommenden Frühjahr rund 1200 Anlaufstellen zum Kauf und Aufladen zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BVG würden auf vielen Ebenen daran arbeiten, das Angebot rasch auszubauen, so Christine Wolburg, Bereichsleiterin Vertrieb und Marketing der BVG, in der Mitteilung.

Im März 2020 hatte die BVG entschieden, die Vordertüren in Bussen bis auf Weiteres geschlossen zu halten und damit auch den Fahrscheinkauf in den Fahrzeugen eingestellt. Erst im Juli 2021 wurde der Vordereinstieg wieder geöffnet und der Ticketverkauf aufgenommen – allerdings ausschließlich bargeldlos.

Der Beschluss hatte für deutliche Kritik gesorgt, vom Fahrgastverband Igeb, aber auch von SPD und Linke. Befürchtet wurde, dass so für Menschen, die auf die Bezahlung mit Bargeld angewiesen sind, Barrieren aufgebaut werden. Igeb-Sprecher Jens Wieseke erwartet deshalb auch weiterhin, dass in Bussen wieder mit Bargeld Tickets gekauft werden können. „Die Guthabenkarte ist eine gute Idee, sie ersetzt aber die Bargeldzahlung nicht“, sagt er. Die BVG verweist darauf, dass es bislang von Fahrgästen nur „vereinzelte Kritik“ gegeben habe.