Immobilien

Heimstaden kauft 14.000 Wohnungen in Berlin

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Isabell Jürgens
Heimstaden kauft 14.000 Wohnungen in Berlin - darunter auch diese Siedlung in der Aroser Allee in  Wedding. 

Heimstaden kauft 14.000 Wohnungen in Berlin - darunter auch diese Siedlung in der Aroser Allee in  Wedding. 

Foto: CBRE / CBRE.

Schwedischer Konzern unbeeindruckt von Enteignungs-Volksentscheid: Übernahme des gesamten Bestandes von Akelius in Berlin.

Berlin/Malmö. Die Stimmen zum Volksentscheid zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen waren noch gar nicht ausgezählt, da verabschiedet sich mit Akelius eines der Wohnungsunternehmen, das bei der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ ziemlich weit oben auf der Liste steht, aus der Hauptstadt.

Wie der schwedische Wohnungskonzern Heimstaden am späten Sonntagabend mitteilte, übernimmt er die Gesellschaften von Akelius in Berlin und Hamburg. Bei Erwerb der Akelius-Wohnungen, deren Abschluss für Ende 2021 geplant ist, übernimmt Heimstaden laut Mitteilung „100 Prozent der Anteile der Gesellschaften und wird somit die volle Grunderwerbsteuer in Deutschland zahlen“.

Zu dem Deal steht Heimstaden auch nach dem erfolgreichen Volksentscheid. "Wir sind uns der Wirkung des Volksentscheids voll bewusst, aber wir sind in den Markt eingetreten und bauen unser Engagement in Berlin aktuell mit dem Erwerb der Akelius-Wohnungen aus, um ,Friendly Homes' anzubieten und zufriedene Kunden zu haben", sagte Caroline Oelmann, Geschäftsführerin Heimstaden Deutschland, der Berliner Morgenpost. Sie gehe zudem davon aus, dass viele Berliner mit Ja gestimmt hätten, nicht weil sie tatsächlich die Enteignung wollten, sondern um ein Signal an Politik und Wohnungswirtschaft zu senden, Dinge besser zu machen. "Diesen Auftrag nehmen wir gerne an."

Heimstaden verspricht „Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung“

Insgesamt umfasst der Kaufvertrag mehr als 17.600 Wohnungen. Mit 14.000 Wohnungen befindet sich der größte Anteil des Portfolios in Berlin. Heimstaden ist seit 2018 in Deutschland aktiv und hat seine Präsenz in den Jahren 2020 und 2021 ausgebaut. Heimstaden vergrößert seinen Wohnungsbestand in Berlin, der zuvor bei rund 5500 Wohnungen lag, damit erheblich.

„Die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung spielte dabei für Heimstaden immer eine zentrale Rolle, etwa als das Unternehmen nach dem Ende des Berliner Mietendeckels freiwillig auf Mietnachforderungen verzichtete und so vor allem die Situation von Familien und einkommensschwächeren Mietenden berücksichtigte“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens weiter.

In Zukunft wolle Heimstaden auch beim für Berlin wichtigen Thema des Wohnungsneubaus eine aktive Rolle spielen und habe sich auch deshalb für den Erwerb des Akelius-Portfolios entschieden, da viele der erworbenen Grundstücke Potenzial für neue Wohnungen enthielten. Neubau- und Nachverdichtungsmaßnahmen im Bestand solle „immer mieterfreundlich ablaufen“ und werde behutsam geprüft“.