Demonstrationen

Sprecherin verteidigt Hungerstreik für Klimaschutz

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dpa
Auf einem Transparent steht "Solidarität mit dem Hungerstreik der letzten Generation".

Auf einem Transparent steht "Solidarität mit dem Hungerstreik der letzten Generation".

Foto: dpa

Berlin. Kurz vor Demonstrationen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat eine Sprecherin der Initiative den Hungerstreik von Klimaaktivisten in Berlin im Grundsatz verteidigt. Jeder könne selbst darüber entscheiden, was ein legitimes Mittel des Protestes sei, sagte Carla Reemtsma dem Sender RTL/NTV. "Ich finde es vor allem erstmal erschütternd, dass junge Menschen in Anbetracht des politischen Versagens, das wir im Bereich der Klimakrise erleben, das Gefühl haben, zu diesem Mittel greifen zu müssen." In der Klimabewegung stehe man für dieselben Ziele ein, so Reemtsma. Fridays for Future rufe allerdings nicht zum Hungerstreik auf.

Nahe dem Reichstagsgebäude hatte am 30. August eine Gruppe junger Menschen einen Hungerstreik für eine radikale Klimawende begonnen. Damit wollten sie auch ein öffentliches Gespräch mit den Kanzlerkandidaten erreichen. Da es dafür keine Zusage gab, brachen fast alle Teilnehmer den Hungerstreik ab. Zwei Klimaaktivisten kündigten hingegen einen verschärften Hungerstreik an.

Die Initiative Fridays for Future will am (heutigen) Freitag, zwei Tage vor der Bundestagswahl, mit Tausenden Menschen protestieren. Zu der Berliner Kundgebung vor dem Reichstag mit angemeldeten 20.000 Teilnehmern hat sich auch die 18-jährige schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, angekündigt.

In ganz Deutschland sind laut Fridays for Future mehr als 450 Aktionen angemeldet, darunter große Kundgebungen in Hamburg, München, Köln und Freiburg. Die Demonstrationen sind Teil des internationalen Aktionstags für mehr Klimaschutz.

Der Deutsche Lehrerverband kritisierte die Teilnahme von Schülern während der Schulzeit. "Wir lehnen es ab, dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen - etwa im Rahmen eines sogenannten Klimastreiks - aufgehoben wird", sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). Die Schulen müssten politisch neutral sein und dürften nicht "zwischen "guten" erlaubten und "schlechten" unerlaubten Aktionen unterscheiden".

© dpa-infocom, dpa:210924-99-340799/2

( dpa )