Freizeit

Emotionaler Abschied von Jugendclub in Potsdamer Straße

dpa
Der Jugendklub Potse und Drugstore ist zu sehen.

Der Jugendklub Potse und Drugstore ist zu sehen.

Foto: dpa

Berlin. Nach langen Auseinandersetzungen um die Räumlichkeiten des Jugendzentrums Potse in Berlin sind nun die Schlüssel an das Bezirksamt übergeben worden. Das bestätigte eine Sprecherin des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg am Montag. Mitglieder des Jugendclubs waren dazu zu einer Kundgebung zusammengekommen. Einige der jungen Menschen lagen sich in den Armen und weinten bei der Schlüsselübergabe, wie ein dpa-Reporter berichtete. Auf Twitter postete der Jugendclub: "Wir haben so lange gekämpft. Und nun haben wir neue Räume. Doch Wut und Trauer sind trotzdem da".

Der langjährige Standort des Jugendclubs in der Potsdamer Straße 180 war durch den privaten Eigentümer gekündigt worden. Das Landgericht hatte im vergangenen Sommer entschieden, dass das Projekt die besetzten Räume verlassen müsse. Im Jugendclub und im ebenfalls selbstverwalteten Jugendzentrum Drugstore fanden regelmäßig Punkkonzerte statt. Immer wieder demonstrierten junge Menschen für den Erhalt. Ihre Forderung war, die Potse erst verlassen zu müssen, wenn es geeignete Ersatzräume gibt.

Die sind nun gefunden. Am Freitag wurde der Nutzungsvertrag für das neue Zuhause der Potse unterschrieben. Der Jugendclub wird in eine 480 Quadratmeter große Zollgarage am ehemaligen Flughafen Tempelhof umziehen. Damit erhält die Potse nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für die kommenden drei Jahre ein neues Zuhause, mit einer Verlängerungsoption für zwei weitere Jahre.

In den Räumen könne die Jugendarbeit fortgesetzt werden, allerdings zunächst nur in "leiser" Form. Eine vollständige Umsetzung des gewünschten Konzeptes auch mit "lauter" Nutzung werde geprüft. Grundlage dafür seien ein Schallschutzgutachten und umfassende bauliche Anpassungen.

© dpa-infocom, dpa:210920-99-289972/2

( dpa )