Gewerkschaften

Warnstreik in psychiatrischen Fachkliniken in Brandenburg

| Lesedauer: 2 Minuten
dpa
Ein Mann hat bei einem Warnstreik vor dem Verdi-Logo eine Pfeife im Mund.

Ein Mann hat bei einem Warnstreik vor dem Verdi-Logo eine Pfeife im Mund.

Foto: dpa

Nach den Beschäftigten der Berliner Krankenhäuser von Vivantes und Charité hat die Gewerkschaft Verdi auch die Mitarbeiter der Asklepios-Fachkliniken in Brandenburg zu einem mehrtägigen Warnstreik aufgerufen. Dort geht es Verdi um eine bessere Bezahlung.

Brandenburg/Havel. Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt mit dem Asklepios-Konzern die Beschäftigten in den drei Brandenburger Psychiatrie-Fachkliniken zu einem viertägigen Warnstreik aufgerufen. Mit dem Ausstand in der kommenden Woche wolle die Gewerkschaft für die rund 1450 Beschäftigten in den Kliniken in Brandenburg/Havel, Teupitz und Lübben eine Angleichung der Haus-Tarife an die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes (TVöD) erreichen, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke am Mittwoch.

Dies würde den Angaben nach für die Pflege eine Erhöhung der Entgelte bedeuten - in der Pflege um 10 bis 13 Prozent und bei den Therapeuten um 20 bis 22 Prozent. In den Hamburger Asklepios-Kliniken werde der TVöD bereits gezahlt, betonte Franke. In den bislang fünf Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber für die Beschäftigten der Brandenburger Kliniken aber kein ausreichendes Angebot vorgelegt.

Dagegen erklärte ein Sprecher von Asklepios, man habe bei dem jüngsten Vorschlag innerhalb der zweijährigen Laufzeit des Tarifvertrags je nach Berufsgruppe Gehaltssteigerungen bis zu 16 Prozent angeboten. Damit befinde sich Asklepios auf der Höhe anderer Haustarife von Kliniken in Brandenburg. Der TVöD sei für Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes vorgesehen und nicht für privatwirtschaftliche Unternehmen.

Verdi-Verhandlungsführer Franke widersprach dieser Darstellung: Nach Berechnungen der Gewerkschaften entspreche das Angenot von Asklepios nur einer Gehaltssteigerung zwischen 5,3 und 8,5 Prozent, sagte er. Hinzu käme eine einmalige Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1200 Euro, für die es aber ein Jahr lang keine Tarifsteigerung geben solle.

Der Warnstreik in den Brandenburger Kliniken soll von Dienstag bis Freitag laufen. Während der laufenden Tarifauseinandersetzung habe es bislang bereits acht Streiktage gegeben, erklärte Franke. In der kommenden Woche soll es während des Warnstreiks erstmals nur für die 30 Akut-Stationen in den Kliniken einen Notdienst geben. In 22 Stationen und in den Tageskliniken sei kein Notdienst vorgesehen. In den Warnstreik einbezogen ist auch der Maßregelvollzug in Brandenburg/Havel.

In Berlin waren am Donnerstag vergangener Woche Mitarbeiter in den landeseigenen Kliniken von Vivantes und Charité in den unbefristeten Streik getreten. Sie setzen sich bei beiden Einrichtungen für einen Entlastungstarifvertrag ein. Bei den Vivantes-Töchtern geht es ebenfalls um bessere Arbeitsbedingungen sowie ums Geld.

Auch beim Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum sammelte Verdi Unterschriften für einen Streik für mehr Entlastung bei der Arbeit - allerdings erfolglos. Am Dienstag hatte die Gewerkschaft mitgeteilt, dass die für Arbeitskampfmaßnahmen nötigen Unterschriften nicht zusammengekommen seien. Somit wird es dort vorerst keinen Streik geben.

© dpa-infocom, dpa:210915-99-225937/3

( dpa )