Gesundheit

Linke-Fraktionschef Schatz fordert "Impfgipfel"

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dpa
Carsten Schatz (Die Linke) spricht.

Carsten Schatz (Die Linke) spricht.

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Berlin. Angesichts der nur noch minimalen Fortschritte bei den Corona-Impfungen fordert Berlins Linke-Fraktionschef Carsten Schatz einen "Impfgipfel". Ziel eines solchen Treffens müsse sein, unter Beteiligung möglichst vieler gesellschaftlicher Akteure darüber zu beraten, wie die Impfkampagne neuen Schwung bekommt, sagte Schatz der Deutschen Presse-Agentur.

Aus seiner Sicht müssen neben der Landespolitik und den Bezirken etwa die Wirtschaft, Gewerkschaften, Sozialverbände, Religionsgemeinschaften, Sportverbände oder die Kulturbranche großes Interesse daran haben, die Impfquote zu erhöhen und damit sicherer in die Wintermonate zu gehen. Bei einem Impfgipfel könnten diese und andere Akteure an einen Tisch gebracht und tragfähige Lösungen gefunden werden.

Momentan sind in Berlin laut Gesundheitsverwaltung 61,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft, 65,7 Prozent zumindest einmal. "Wir müssen das Ziel haben, bis Ende Oktober eine Quote von 80 Prozent zu erreichen", sagte Schatz. Nur so könne Berlin in der Pandemie gut über den Winter kommen. "Bei einem Anteil der nicht geimpften Menschen von 30 Prozent plus ist hingegen das Risiko einer Überlastung des Gesundheitswesens groß", warnte er und verwies darauf, dass auf den Intensivstationen derzeit vor allem Ungeimpfte landeten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Dienstag deutlich gemacht, dass er die Möglichkeiten der Politik, bei den Corona-Impfungen noch nennenswerte Fortschritte zu erzielen, allmählich für ausgereizt hält. In der Tat kommt die Impfkampagne nur noch in Tippelschritten voran. "Uns läuft die Zeit davon", sagte Schatz dazu. Um bis Ende Oktober auf eine Impfquote von 80 Prozent zu kommen, seien in Berlin pro Woche 100 000 Erstimpfungen nötig. Zum Vergleich: Am vergangenen Sonntag seien es gerade mal 1000 gewesen.

Schatz wünscht sich in dem Zusammenhang noch mehr niederschwellige Impfangebote in der Stadt. "Leider ist es in manchen Bezirken aufgrund der schleppenden Antragsbearbeitung durch die Senatsverwaltung für Gesundheit unmöglich, kurzfristig neue Impfgelegenheiten etwa in Einkaufszentren einzurichten."

© dpa-infocom, dpa:210909-99-148283/2

( dpa )