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Tausende bei Unteilbar-Demonstration in Berlin

| Lesedauer: 11 Minuten
Tausende bei "Unteilbar"-Demo in Berlin

Tausende bei "Unteilbar"-Demo in Berlin

Mehrere tausend Menschen haben in Berlin friedlich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft demonstriert. Organisiert wurde die Demonstration vom Aktionsbündnis Unteilbar.

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Bei der Unteilbar-Demo haben in Berlin rund 10.000 Menschen für eine solidarische Gesellschaft demonstriert. Alle Infos im Blog.

Berlin. Rund 10.000 Menschen haben sich am Samstag in Berlin zur „Unteilbar“-Demo versammelt und für eine solidarische Gesellschaft demonstriert. Wir berichten über die Demonstration live im Blog.

Wir schließen das Demo-Blog

19.45 Uhr: Die Unteilbar-Demonstration in Berlin ist beendet. Wir schließen unser Liveblog und verabschieden uns. Die Ereignisse des Tages können Sie noch einmal in unserer Zusammenfassung nachlesen:

Max Herre und Afrob spielen bei Abschlusskundgebung

19.40 Uhr: Die Veranstalter zeigten sich am Abend mit dem Ablauf der Demo zufrieden. „Wir waren mit 30.000 auf der Straße und haben ein deutliches Zeichen für Veränderung und eine Gesellschaft gesetzt, die auf Solidarität, Gerechtigkeit und Antirassismus beruht“, sagte Unteilbar-Sprecherin Rebecca Rahe. „In den Krisen unserer Zeit, der Corona-Krise, Afghanistan und der Klimakrise, haben wir gezeigt, dass wir unteilbar sind und haben mit vielen Tausend Menschen klar gemacht, dass wir für echte Veränderung einstehen.“ Die Stimmung sei gut, so Rahe am Telefon weiter, während im Hintergrund die Musik von Max Herre und Afrob zu hören war, die als letztes an diesem Abend auf der Bühne am Strausberger Platz auftraten. Man habe unter Pandemiebedingungen verantwortungsvoll demonstriert.

Veranstalter beendet Zug schon in Kreuzberg

17.45 Uhr: Bei einem der Züge wurden die Hygieneregeln nicht eingehalten. Der Veranstalter beendete die Demo daraufhin.

Polizei zieht eine erste Zwischenbilanz

16.25 Uhr: Die Unteilbar-Demo ist bisher ohne Zwischenfälle verlaufen, sagt Polizei-Sprecher Martin Halweg.

Demonstrationszug erreicht den Strausberger Platz

16.10 Uhr: Die ersten Teilnehmenden der Unteilbar-Demo haben den Endpunkt des Zuges am Strausberger Platz in Friedrichshain erreicht. Dort ist für die Abschlusskundgebung eine Bühne aufgebaut.

Veranstalter: 30.000 Teilnehmende bei Unteilbar-Demo in Berlin

15.37 Uhr: Nach Angaben der Veranstalter nehmen 30.000 Demonstrierende an dem Unteilbar-Protestzug teil. Die Polizei geht von etwa 10.000 Teilnehmenden aus.

Diese Gruppen und Initiativen nehmen an der Demonstration teil

15.37 Uhr: Die Liste der Gruppen und Initiativen, die an der Unteilbar-Demonstration teilnehmen, ist lang und ihre Forderungen vielfältig. So laufen zahlreiche Friedensinitiativen mit, die sich für Abrüstung einsetzen. Gewerkschaften wie die IG Metall, Verdi oder der DGB mahnen bessere und gerechtere Arbeitsbedingungen an. Umweltverbände wie der BUND fordern ein konsequenteres Handeln gegen die Klimakrise. Amnesty International und anderer Menschenrechtsgruppen prangern Folter und Misshandlungen an.

Andernorts geht es um das Recht der Frauen auf Schwangerschaftsabbrüche, bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, gegen Leerstand, Verdrängung, Gentrifizierung und die Räumung von Obdachlosenlagern wie zuletzt an der Rummelsburger Bucht.

Auch Parteien wie die Linken, Grünen, SPD, die MLPD oder die Humanisten laufen mit. Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ wirbt für ein „Ja“ zum entsprechenden Volksentscheid am 26. September. Migrantische- und Asylverbände weisen auf Rassismus hin, fordern ein Ende der Abschiebungen aus Deutschland insbesondere nach Afghanistan und mit Slogans wie „2015 muss sich wiederholen“ eine bessere Willkommenskultur für Geflüchtete. Gegner des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro laufen genauso mit, wie Anhänger der kurdischen YPG, die ihre Kritik am Türkischen Staatsoberhaupt Erdogan auf die Straße tragen.

Demonstrationszug nähert sich dem Strausberger Platz

15.21 Uhr: Die Spitze der Unteilbar-Demonstration hat mittlerweile die Kreuzung Grunerstraße und Karl-Marx-Allee erreicht. Von dort sind es nur noch wenige Hundert Meter bis zum Strausberger Platz, wo die Bühne für die Abschlusskundgebungen steht.

Leipziger Straße gehört heute den Demonstranten

15 Uhr: Tausende Demonstranten ziehen über die Leipziger Straße in Mitte.

Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ zeigt Präsenz

14.45 Uhr: Die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ nimmt an der Demo teil. Über den Volksentscheid wird am Tag der Bundestags- und der Abgeordnetenhaus-Wahl im September in Berlin abgestimmt.

Polizei: Demo-Teilnehmende halten sich an Maskenpflicht

14.43 Uhr: Die Polizei twittert, dass sich die Mehrheit der Demonstrierenden an die Maskenpflicht hält.

Erinnerung an die Opfer von Hanau

14.37 Uhr: Angehörige der Opfer der rassistischen Morde von Hanau Anfang 2020 erinnern an die Opfer.

Katja Riemann demonstriert mit

14.36 Uhr: Auch die Schauspielerin Katja Rieman ist unter den Demonstrierenden, die für eine solidarische Gesellschaft in Berlin auf die Straße gehen.

Immer mehr Menschen versammeln sich in Mitte

14.31 Uhr: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Start“, sagte eine Sprecherin des Aktionsbündnis. Zahlen zu den Teilnehmenden nannte sie zunächst nicht. Insgesamt wurden etwa 30.000 Demonstrierende unter dem Motto „Eine offene und solidarische Gesellschaft“ erwartet. „Vieles von dem, wofür wir hier und heute auf die Straße gehen, Frauenrechte, Demokratie, unabhängige Medien, die Rechte von queeren, religiösen und ethnischen Minderheiten, sind für Afghaninnen und Afghanen in weite Ferne gerückt“, sagte eine Sprecherin von Pro Asyl bei der Auftaktkundgebung.

Zug setzt sich in Bewegung

14.30 Uhr: Der Zug hat sich mit ein paar Minuten Verspätung über die Leipziger Straße in Richtung Alexanderplatz in Bewegung gesetzt.

"Für eine gerechtere und solidarische Gesellschaft"

14.29 Uhr: „Wir sind heute hier für eine gerechtere und solidarische Gesellschaft“, sagt Anna Spangenberg, die Sprecherin von Unteilbar. Die Klimakrise müsse endlich konsequent und sozialverträglich in Angriff genommen werden. Rassismus und Rechtsterrorismus müssen konsequent bekämpft werden. Der Zug soll durch Mitte zum Alexanderplatz führen und mit einer Schlusskundgebung am Straußberger Platz enden.

Teilnehmer ohne Maske unerwünscht

14.22 Uhr: „Wir nehmen hie heute die Hygieneregeln sehr genau“, sagt eine Rednerin vom ersten Lautsprecherwagen. Es gehe darum, dass alle sicher sind. „Wir haben gehört, dass es hier Leute gibt, die keine Maske tragen. Ihr seid hier nicht erwünscht.“

Musik- und Redebeiträge wechseln sich ab

14.03 Uhr: Mehrere Tausend Menschen haben sich in Mitte zusammengefunden, um an der Unteilbar-Demonstration teilnehmen. Seit 13 Uhr läuft das Auftaktprogramm. Um 14 Uhr soll sich der Zug über die Leipziger Straße in Richtung Osten in Bewegung setzen. Zwischen den einzelnen Musik- und Redebeiträgen wird über die Lautsprecher immer wieder dazu aufgerufen, Masken zu tragen, Abstände einzuhalten und aufeinander Acht zu geben. Die Demonstrierenden stehen auf der Leipziger- Ebert- und Straße des 17. Juni bis zum Sowjetischen Ehrenmal.

Demonstranten sammeln sich in Mitte

14.16 Uhr: Die Demo verläuft auf ihrem Zug durch Mitte bislang friedlich.

Demonstranten entrollen Banner

13.20 Uhr: In der Leipziger Straße entrollen Demonstranten ein langes Banner.

So soll die Demo ablaufen

13 Uhr: Um 13 Uhr sollen die Auftaktveranstaltungen starten. Um den in Pandemiezeiten gebotenen Abstand zu wahren, wollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits zu Beginn auf einer Strecke von mehr als zwei Kilometern Länge aufstellen – z-förmig auf der Straße des 17. Juni ab Yitzhak-Rabin-Straße, über die Ebert- und die Leipziger- bis zur Friedrichstraße. Das Auftaktprogramm mit Rednern und Musik wird über mehrere Lautsprecher übertragen. Um 14 Uhr wollen die Protestierenden über die Leipziger- und Grunerstraße in Richtung Osten laufen, wo rund um dem Alexanderplatz von 15.30 bis 19 Uhr ein Abschlussprogramm stattfinden soll. Das Ende der Veranstaltung ist ca. 23 Uhr.

Warnungen vor Verkehrsbehinderungen

11 Uhr: Die Verkehrsinformationszentrale warnt vor Behinderungen im Straßenverkehr.

Unteilbar Demo Berlin: Das sind die Sperrungen

  • Wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mitteilte, versammeln sich die Teilnehmer bis ca. 10 Uhr auf der Straße des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor sowie der Ebertstraße bis Potsdamer Platz und der Leipziger Straße zwischen Potsdamer Platz und Friedrichstraße. Aufgrund der erwarteten hohen Teilnehmerzahl sei mit einer Sperrung der Aufstellbereiches am Samstag schon am frühen Morgen zu rechnen.
  • Zum Aufbau der Redertribüne werde die Karl-Marx-Allee schon ab Freitag, den 3.9.2021, 7 Uhr in beiden Richtungen zwischen Grunerstraße und Strausberger Platz gesperrt. Aufgrund der Abbauarbeiten bleibe die Sperrung bis Sonntag, ca. 16 Uhr aufrecht.
  • Verkehrsteilnehmer, die an der Demonstration nicht teilnehmen wollen, sollten den Bereich der City-Ost weit umfahren, so die VIZ.

Unteilbar-Demo in Berlin: Aufstellung und Route

Der Zug führt über Leipziger Straße, Spittelmarkt, Gertraudenstraße, Mühlendamm, Grunerstraße und Alexanderstraße zur Karl-Marx-Allee.

Unteilbar: Darum geht es bei dem Protest in Berlin

„Spätestens mit der Pandemie wurde weltweit offensichtlich, was gesellschaftlich seit Jahren falsch läuft“, heißt es in dem Aufruf des Bündnisses, der nach eigenen Angaben von mehr als 360 Organisationen wie Amnesty International, Fridays for Future, Pro Asyl sowie mehreren Gewerkschaften und Parteien unterzeichnet wurde. Auch in Deutschland seien Menschen von Armut oder Existenzängsten betroffen, heißt es weiter. „Gleichzeitig werden die Auswirkungen des Klimawandels immer bedrohlicher.

Während Menschenfeindlichkeit und Rassismus vermehrt Zustimmung finden, sterben täglich Menschen an den EU-Außengrenzen.“ Der humanitären Katastrophe in Afghanistan schaue die Weltgemeinschaft seit Tagen zu. Bereits im Juni 2020, also mitten in der ersten Corona-Welle, stellte das Unteilbar-Bündnis unter Beweis, dass Protest auch in Zeiten der Pandemie möglich ist. So bildeten damals nach Veranstalterangaben 20.000 Menschen auf der Straße Unter den Linden eine Kette vom Brandenburger Tor bis kurz vor den Alexanderplatz, wobei Abstände konsequent eingehalten wurden.

„Ein pandemiegerechtes Hygiene-Konzept gewährleistet eine verantwortungsbewusste Umsetzung“, heißt es in diesem Jahr. Das scheint die Polizei trotz der hohen Zahl an erwarteten Teilnehmenden zufrieden zu stellen. Laut einer Sprecherin gibt es diesbezüglich keine Bedenken.

Masken, Abstände, Tests und Anreise mit Rad empfohlen

So werden die Teilnehmenden nicht nur aufgerufen, Masken zu tragen und Abstände einzuhalten, sondern auch mit dem Fahrrad zu kommen, um Ansammlungen in U-Bahnen zu vermeiden. Hinzu kommt, dass durch den Streik der Lokführer der S-Bahnverkehr stark eingeschränkt ist. Wer Erkältungssymptome hat, wird aufgefordert, nicht zu kommen. Außerdem wird empfohlen, im Vorfeld einen Test zu machen.

Das „Unteilbar“-Bündnis trat erstmals im Oktober 2018 in Erscheinung, als es eine kilometerlange Demonstration gegen das Abdriften der Gesellschaft in Berlin-Mitte organisierte. Nach eigenen Angaben waren 240.000 Menscheng gekommen, die Polizei sprach von der Hälfte. Viele Prominente hatten sich dem Aufruf angeschlossen, wie etwa der Schauspieler Benno Fürmann, der Moderator Jan Böhmermann und die Band Die Ärzte.

Die Unteilbar-Demonstration ist nur eine von insgesamt 35 die am Sonnabend stattfinden soll – wenn auch die größte. Einen weiteren Fokus lege man außerdem auf die sogenannte „Fuckparade“ – eine Technoparade, die mit 1000 Menschen ab zwölf Uhr durch Friedrichshain und Kreuzberg bis nach Tempelhof ziehen will. Die linke Szene will dagegen mit 1500 Menschen auf der Rigaer Straße demonstrieren.

( mit PBL und bee )