Fernsehen

RBB verschiebt Film über Entlassung von Hubertus Knabe

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Die Entlassung des ehemaligen Leiters der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, soll in der Dokumentation „Sondervorgang MeToo“ beleuchtet werden.

Die Entlassung des ehemaligen Leiters der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, soll in der Dokumentation „Sondervorgang MeToo“ beleuchtet werden.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Ausstrahlung der Dokumentation von Maurice Philip Remy wurde kurzfristig verlegt. Grund ist die Rolle des Filmemachers im Fall Knabe.

Berlin. Es ist ein Vorgang, der seit inzwischen mehreren Jahren für Diskussionen sorgt: die umstrittene Entlassung des damaligen Leiters der Stasi-Opfer-Gedenkstätte, Hubertus Knabe, im November 2018. Rund eineinhalb Jahre hat sich ein Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus mit dem Fall beschäftigt, gerade am Dienstag seinen Abschlussbericht vorgelegt. Und einen Tag später, also an diesem Mittwoch, war die Ausstrahlung der Dokumentation „Sondervorgang MeToo“ von Maurice Philip Remy zur Entlassung Knabes und den Hintergründen im RBB geplant. Doch wie der Fernsehsender nun mitteilte, wird der Sendetermin kurzfristig verschoben – und zwar auf Ende Oktober, also weit nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus.

RBB will Rolle von Dokumentarfilmer Remy transparent machen

Als Grund nennt der Sender die Rolle, die der Dokumentarfilmer und Regisseur selbst in dem ganzen Fall eingenommen haben soll. Wie RBB-Sprecher Justus Demmer in einer Mitteilung vom Dienstag erklärt, habe man es richtig gefunden, eine weitere Stimme zu Wort kommen zu lassen, wobei klar gewesen sei, dass Remy der Entlassung Knabes eher kritisch gegenübersteht. Der Regisseur soll sich aber auch, bevor er den Auftrag für das Filmprojekt erhielt, bei Facebook aktiv an der Diskussion über die Entlassung Knabes beteiligt haben, erklärt der Sprecher weiter. Das sei für den RBB zunächst nicht ersichtlich gewesen.

Unter anderem habe der Regisseur einen Spendenaufruf für die Gerichtskosten von Knabe geteilt, heißt es. „Nachdem uns der Autor dies bestätigt hat, halten wir es für unabdingbar, dass auch dieses Engagement im Film transparent wird“, so Demmer. Geplant ist die Ausstrahlung der Dokumentation, die unter anderem auch die Rolle von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) in dem Fall beleuchten soll, RBB zufolge nun für den 27. Oktober.

( jes )