Lebensmittelsicherheit

Rückstände in Schlagsahne, Sesamsaaten und Eiswürfeln

| Lesedauer: 2 Minuten
Gut gekühlt – aber hygienisch womöglich bedenklich. In Proben von Eiswürfeln fanden die Experten des Landeslabors mikrobiologische Verunreinigungen.

Gut gekühlt – aber hygienisch womöglich bedenklich. In Proben von Eiswürfeln fanden die Experten des Landeslabors mikrobiologische Verunreinigungen.

Foto: via www.imago-images.de / imago images / Peter Widmann

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg untersuchte 2020 rund 8600 Proben von Lebensmitteln.

Berlin. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat im vergangenen Jahr erneut bedenkliche Stoffe in Lebensmitteln gefunden. In seinem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht für 2020 gibt das Institut einen Überblick über durchgeführte Untersuchungen und Befunde:

  • In Schlagsahne aus Gastronomieautomaten fanden die Experten Rückstände von Desinfektionsmitteln. Bei acht der 22 entnommenen Proben wurden die zulässigen Grenzwerte überschritten. Eine Gesundheitsgefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher gehe von den gemessenen Werten nicht aus. Die Untersuchungen zeigten jedoch eine „nicht zu vernachlässigende Belastung der Schlagsahne“.
  • In Sesamsaaten konnten die Experten das Landeslabors das verbotene Pflanzenschutzmittel Ethylenoxid nachweisen. Es wird vor allem in Indien zur Abtötung von Viren, Bakterien und Pilzen eingesetzt wird. Der Stoff kann krebserregend sein. Er wurde in vier von 17 Proben in einer Konzentration gefunden, die den zulässigen Höchstgehalt überschritt. In der Probe einer Sesampaste, auch Tahina genannt, fanden die Prüfer Salmonellen. Der Warenbestand des syrischen Herstellers, aus dem die Probe stammte, wurde durch die zuständige Behörde sofort zurückgehalten. Weitere Messungen bestätigten den Verdacht. Laut Landeslabor drängte sich „der Verdacht erheblicher hygienischer Mängel bei der Produktion“ auf.
  • In Rohwurst aus Wildfleisch wurden bei einer Prüfung des Landeslabors Hepatitis-E-Viren festgestellt. Der Verzehr des so infizierten Fleisches kann akute Leberentzündungen mit Fieber, Gelbsucht und Bauchschmerzen verursachen.
  • In Eiswürfeln bemerkten die Prüfer in jeder dritten Probe mikrobiologische Verunreinigungen. Dies weise auf eine „nicht ausreichende Hygienepraxis im Betrieb“ hin, schreiben die Prüfer. Die Proben aus abgepackten Eiswürfeln oder verpacktem Crushed Ice waren unauffällig. „Aufgrund der hohen Beanstandungsrate werden diese Erzeugnisse auch weiterhin im Fokus der Überwachung stehen“, heißt es im Bericht.

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg untersuchte im vergangenen Jahr insgesamt rund 8600 Lebensmittelproben, 480 Proben von Wein und Weinerzeugnissen, knapp 2000 Proben von Bedarfsgegenständen und Kosmetika, fast 180 Proben von Tabak und Tabakerzeugnissen sowie knapp 700 Arzneimittel und Medizinprodukte. Als besondere Herausforderungen des vergangenen Jahres nannte das Labor den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im September 2020 in Brandenburg sowie das nahezu zeitgleich aufgetretene umfangreiche Geflügelpestgeschehen.

Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt bezeichnete die Lebensmitteluntersuchungen des Landeslabors als „wichtigen Beitrag im Kampf gegen Lebensmittelkriminalität“.