Corona

Ältere Berliner erhalten Einladung zur dritten Impfung

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Jens Anker
Coronavirus: Die wichtigsten Infos zu Impfdurchbrüchen

Corona: Impfdurchbrüche in Deutschland

In Deutschland erkranken Menschen trotz Impfung an Corona. Für ältere oder immunschwache Menschen empfiehlt sich eine Auffrischungsimpfung.

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Berliner über 80 Jahre werden per Post informiert. Schüler sollen mit Shuttle-Bussen in Impfzentren gefahren werden.

Berliner, die älter als 80 Jahre alt sind, werden in den kommenden Wochen per Brief über die Möglichkeiten einer Auffrischungsimpfung informiert. Das kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag an. Die Impfung kann in einem der beiden noch verbleibenden Impfzentren in Tegel oder an der Messe, aber auch in der eigenen Hausarztpraxis erfolgen. Wie auch beim ersten Mal werden die Kosten für den Transport mit einem Taxi erstattet.

Außerdem sollen die Bewohner von Pflege- und Altersheimen, wie schon in der ersten Impfwelle, von mobilen Impfteams in den Einrichtungen aufgesucht werden und ein Impfangebot erhalten.

Als dritte Gruppe sollen diejenigen zunächst das Angebot einer Auffrischungsimpfung erhalten, die bereits vollständig mit einem sogenannten Vektor-Impfstoff, also Astrazeneca und Johnson & Johnson, geimpft wurden. Sie sollen die dritte Impfung – bei Johnson & Johnson die zweite - mit Biontech oder Moderna erhalten. Für die Auffrischungsimpfung in den Impfzentren ist keine vorherige Terminvereinbarung nötig.


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Coronavirus in Berlin: Schulen sollen Impftage veranstalten

Kalayci kündigte weiter an, dass die Impfungen der 12 bis 17 Jahre alten Schülerinnen und Schüler ebenfalls in den Impfzentren stattfinden sollen. Dazu sollen eigene Impftage in den Schulen stattfinden, an denen Shuttle-Busse für den Transport zur Verfügung stehen.

Diese Praxis ist allerdings umstritten. Mehrere Schüler- und Schulverbände befürchten, dass durch den Transport von den Schulen in die Impfzentren Druck auch auf Schülerinnen und Schüler ausgeübt wird, die sich nicht impfen lassen wollen. Der Landeselternausschuss plädiert deshalb dafür, in den Familien ausführlich und in Ruhe über Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren zu sprechen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte nach längerem Zögern auch das Impfen ab zwölf Jahren empfohlen. Impfungen sind nun mit Einverständnis der Eltern und nach ärztlicher Beratung bei niedergelassenen Ärzten oder Impfzentren möglich, bei Schülern zwischen 12 bis 16 Jahren muss ein Elternteil dabei sein. Allerdings empfiehlt die Stiko solche Impfungen von Kindern bisher nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe. Sie begründet das mit der aus ihrer Sicht bisher nicht ausreichenden Datenlage über mögliche Nebenwirkungen.

Vivantes und Charité bieten Mitarbeitern dritte Corona-Impfung an

Auch in den beiden Krankenhauskonzernen Charité und Vivantes stehen die ersten Auffrischungsimpfungen für die Mitarbeitenden an. „Vivantes bereitet sich aktuell darauf vor, Mitarbeitenden, die bisher zweimal mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft wurden, eine Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff anbieten zu können“, sagte ein Vivantes-Sprecher. Der Konzern betreibt mehrere Kliniken in Berlin.

Die Charité hat bereits mit den Corona-Auffrischimpfungen ihrer Mitarbeiter begonnen. Angesprochen seien Beschäftigte, die vor mindestens sechs Monaten ihre zweite Impfung erhalten hätten und mindestens 60 Jahre alt seien. Es gehe um den optimalen Schutz für die Arbeit mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten und mit anderen gefährdeten Gruppen.

In Berlin sind aktuell 2,35 Millionen Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 63,9 Prozent der Bevölkerung. 2,05 Millionen Berlinerinnen und Berliner sind bereits vollständig immunisiert (55,8 Prozent).

Landeseigene Corona-Testzentren bleiben erhalten

Die landeseigenen Testzentren sollen nach Angaben von Kalayci auch nach Mitte Oktober erhalten bleiben. „Auf Bundesebene ist ja beschlossene Sache, dass das Bürgertesten zum 11. Oktober auslaufen soll“, sagte sie zu den kostenlosen Corona-Schnelltests. „Das war aber die Grundlage für unsere ganzen Test-to-go-Stellen. Diese Grundlage würde entfallen.“ Für private Teststellen, die weiterhin betrieben werden sollen, sei das über eine Gewerbeanmeldung möglich. „Damit wir es nicht dem Zufall überlassen, was das Testangebot angeht, wollen wir unsere landeseigenen Teststellen aufrechterhalten“, sagte Kalayci.

Zwölf Testzentren sollten erhalten bleiben, ergänzte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Dort seien kostenlose Corona-Tests für Personen möglich, für die es keine Impfempfehlung gibt, zum Beispiel Schwangere oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Neben den Schnelltests werde es dort auch PCR-Nachtestungen im Angebot geben.