Bahn-Streik

S-Bahn Berlin: Das müssen Fahrgäste zum Streik wissen

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Menschen warten beim vergangenen GDL-Streika auf eine S-Bahn, die zur morgendlichen Rush-Hour im Hauptbahnhof Berlin nur im 20-Minuten Takt fuhr.

Menschen warten beim vergangenen GDL-Streika auf eine S-Bahn, die zur morgendlichen Rush-Hour im Hauptbahnhof Berlin nur im 20-Minuten Takt fuhr.

Foto: Annette Riedl/dpa

Erneut ruft die GDL zum Streik auf. Für die S-Bahn gilt wieder ein Ersatzfahrplan. Die Ringbahn fällt komplett aus. Alle Infos.

  • Bahn-Streik in Berlin: Auch vom erneuten Ausstand der GDL ist die Berliner S-Bahn betroffen.
  • Der Streik dauert von Montag, 2 Uhr, bis Mittwoch, 2 Uhr.
  • Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wird nicht gestreikt. U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse fahren regulär.
  • Welche S-Bahnen sind vom Streik betroffen? Alle Informationen zum Streik der GDL in Berlin und zum Ersatzfahrplan der Berliner S-Bahn finden Sie hier.

Berlin. Auch in Berlin müssen Bahnreisende wieder mit Zugausfällen rechnen: Von Montag, 2 Uhr, bis Mittwoch, ebenfalls 2 Uhr, hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) einen erneuten Streik im Personenverkehr der Deutschen Bahn angekündigt. Wie Volker Krombholz aus dem Bezirksvorstand der GDL Nord-Ost der Berliner Morgenpost bestätigte, werden auch in Berlin und Brandenburg erneut Regionalbahnen, S-Bahnen und auch die Infrastruktur betroffen sein.

Erst in der vergangenen Woche hatte die GDL für zwei Tage gestreikt – der Osten Deutschlands galt dabei als Schwerpunkt. 2700 Mitglieder in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten sich laut Krombholz an dem Arbeitskampf beteiligt.

In der Folge waren in Berlin und Brandenburg zahlreiche Regionalbahn-Linien gar nicht gefahren, bei anderen gab es einen Zwei-Stunden-Takt oder Ersatzverkehr mit Bussen. Die S-Bahn fuhr nur eingeschränkt entsprechend eines Ersatzfahrplans. Dies wird auch beim aktuellen Streik der Fall sein.

S-Bahn Berlin: Das ist der Ersatzfahrplan für Montag, 23. August 2021

Linie verkehrt zwischen Takt
S1 Potsdam Hauptbahnhof <> Oranienburg 20 min
S2 Blankenfelde <> Lichtenrade 20 min / in SVZ* 40 min
S2 Lichtenrade <> Bernau 20 min / in SVZ* 40 min
S25 Teltow Stadt <> Hennigsdorf 20 min / in SVZ* 40 min
S3 Erkner <> Ostbahnhof 20 min / in SVZ* 40 min
S46 Königs Wusterhausen <> Schöneberg 20 min
S5 Strausberg Nord <> Charlottenburg 20 min
S7 Ahrensfelde <> Friedrichstraße 20 min
S8 Schönhauser Allee <> Birkenwerder 40 min
S85 Pankow <> Schöneweide (<> geht über in S9) 20 min
S9 (kommt aus S85 <>) Schöneweide <>Flughafen BER T1-2 20 min

*SVZ: Spätverkehrszeit ab 21 Uhr

Für den Bahn-Regionalverkehr der Deutschen Bahn gilt ab Montagmorgen: Auf Teilen der Linien RE1, RE3, RE5, RE6, RE7, RE10, RE18 sowie RB11, RB24 und RB43 werden zu ausgewählten Zeiten Züge und Busse im Ersatzverkehr eingesetzt. Diese Fahrzeiten sind auch in der VBB-Fahrplanauskunft und VBB-App bis zu zwölf Stunden im Voraus enthalten. Fahrgäste sollen ihre Verbindung kurzfristig prüfen, um den aktuellen Stand zu sehen.

Streik der GDL-Lokführer: Fährt mein Zug? Aktuelle Infos auf den Seiten der Anbieter

Bahn-Streik der GDL: Ringbahn fällt erneut komplett aus

Auf dem Großteil der Strecken fahren die S-Bahnen, teilweise jedoch verkürzt im 20-Minuten-Takt. Ziel der Bahn ist es, vor allem in den Außenbezirken und im Umland eine Anbindung zu gewährleisten. Mehrere Linien fahren auch dieses Mal gar nicht. Das betrifft unter anderem die Ringbahn-Strecken S41 und S42 sowie die S26 und S75. Von Spandau gibt es ebenfalls erneut keinen S-Bahn-Verkehr.

Hintergrund des Streiks ist der Tarifkonflikt zwischen GDL und Deutscher Bahn. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Die Deutsche Bahn hatte der GDL zwar 3,2 Prozent angeboten, die Erhöhung soll demnach jedoch später greifen als von der Gewerkschaft gefordert. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrags vertreten beide Seiten unterschiedliche Vorstellungen.

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Deutsche Bahn kritisiert Streik als überflüssige Belastung von Reisenden

Während die GDL auf die Wut der Mitglieder auf das Management verweist, kritisiert die Deutsche Bahn den angekündigten Streik als „völlig überflüssige Belastung unserer Reisenden und unserer Kunden im Güterverkehr“. In letzterem Bereich begann der Arbeitskampf bereits am Sonnabend. „Dieser zweite Ferienstreik zeigt: Ein Tarifpartner verweigert sich permanent“, erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler in einer Mitteilung. Der GDL gehe es nicht um Lösungen, sondern darum Mitglieder in Bereichen der Bahn zu gewinnen, in denen sie bislang kaum vertreten sei.

GDL-Vertreter Krombholz betont dagegen, dass es kein neues Angebot der Deutschen Bahn zu den Tarifforderungen der Gewerkschaft gegeben habe. „Die Deutsche Bahn hatte eine Woche Zeit, das zu überdenken, hat es aber nicht getan“, so Krombholz, der zugleich durchklingen lässt, dass der Streik in der kommenden Woche nicht der letzte sein muss: „Die Deutsche Bahn entscheidet, wie oft wir diese Maßnahme wiederholen.“

BVG will größtmögliche Fahrzeuge einsetzen

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bereiten derweil ihr Fahrgäste bereits auf vollere Bahnen und Busse vor. Wo es machbar ist, sollen erneut größtmögliche Fahrzeuge eingesetzt werden, kündigte die BVG an. Beim vergangenen Streik waren die Kapazitäten dem Unternehmen zufolge fast durchgängig ausreichend, nur an wenigen Bus- und Straßenbahn-Haltestellen mussten Menschen kurzzeitig auf das nächste Fahrzeug warten.

Auch zu Verspätungen von Bussen und Trams kam es vereinzelt, weil auf den Straßen während des Steiks insgesamt mehr los war als üblich. Rolf Erfurt, BVG-Betriebsvorstand, appellierte deshalb an Fahrgäste insbesondere dieser beiden Verkehrsmittel, vorsorglich etwas mehr Zeit einzuplanen.