Bildung

Berlin liegt beim Bildungsmonitor weiterhin hinten

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Susanne Leinemann
Viele Berliner Schüler besuchen inzwischen eine Ganztagsschule.

Viele Berliner Schüler besuchen inzwischen eine Ganztagsschule.

Foto: Guido Kirchner / dpa

Die Hauptstadt verharrt zum zweiten Jahr in Folge auf Platz 13 von sechzehn Bundesländern. Nur mit der Betreuungsquote an der Spitze

Berlin verharrt beim Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) weiterhin auf dem 13. Platz, den das Bundesland auch letztes Jahr belegt hatte. Beim Bildungsmonitor werden zwölf Handlungsfelder im Bereich Bildung und Ausbildung bundesweit zwischen den Bundesländern verglichen – betrachtet werden auch der Schul- und der Hochschulbereich.

Positiv wird in der Hauptstadt bewertet, dass viele Kinder am Ganztagsangebot teilnehmen und es eine hohe Zahl an Unterrichtsstunden gibt. Außerdem hat die Stadt mit drei großen Universitäten den „höchsten Anteil an Bildungsausländern unter den Studierenden“.

In Berlin erreichen weiterhin zu viele Jugendliche schulisch nicht die Mindeststandards

Dass sich Berlin trotzdem unter den Schlusslichtern findet, liegt daran, dass zu viele Jugendliche weiterhin nur den Mindeststandard in Berlins Schulen erreichen und die durchschnittlichen Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften weiterhin niedrig seien. Außerdem habe die Hauptstadt eine „relativ hohe Schulabbrecherquote“, die unter „Ausländern hoch“ sei. Positiv wird herausgestellt, dass es zuletzt Fortschritte bei der Digitalisierung gab.

Bei der Senatsbildungsverwaltung sieht man das Ergebnis eher positiv. „Berlin konnte sich trotz Pandemie im zweiten Jahr in Folge auf Platz 13 behaupten“, heißt es in einer Erklärung. Bezüglich der Betreuungsbedingungen erreiche man in der Hauptstadt gar den ersten Platz im Ranking mit den anderen Bundesländern.

Bildungsverwaltung kritisiert: Datengrundlage nicht aktuell

Bei den Defiziten in den Schülerleistungen kritisiert man den Bildungsmonitor. „Die in der diesjährigen Ausgabe des Bildungsmonitors genannten verbesserungswürdigen Handlungsfelder Bildungsarmut, Integration und Schulqualität basieren jedoch hauptsächlich auf einem alten statistischen Erhebungsstand“, schreibt die Senatsbildungsverwaltung. Sie stammten aus Bildungstrends der Jahre 2015 bis 2018. So sei die Schulabbrecherquote 2019 leicht auf 8,6 Prozent gesunken. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 6,6 Prozent.

Schärfer wertet dagegen die Opposition die Platzierung. „Das Ergebnis der Studie ist beschämend“, sagt Paul Fresdorf, bildungspolitischer Sprecher der Berliner FDP-Fraktion. „Die Baustellen an den Berliner Schulen sind seit vielen Jahren bekannt und wurden immer noch nicht angegangen. Platz 13 von 16 – da kann an den Schulen der Hauptstadt nicht viel passiert sein.“ Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) verwalte den Mangel, statt zu gestalten.