Haushalt

Berlin rechnet mit knapp drei Milliarden Euro Defizit 2021

Joachim Fahrun
Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator von Berlin, spricht.

Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator von Berlin, spricht.

Foto: dpa

Das Defizit ist hoch, aber inzwischen liegt Berlin beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf inzwischen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Berlin. Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) geht für das laufende Corona-Jahr 2021 von einem kleineren Defizit im Landeshaushalt aus als zunächst befürchtet. Statt der angenommenen 3,8 Milliarden Euro minus werde man wohl mit 2,99 Milliarden Euro rauskommen, sagte der Senator am Dienstag nach der Senatssitzung. Vielleicht werde es noch weniger sein.

"Es gibt Hinweise, dass es vielleicht noch besser wird", sagte Kollatz. Vor allem die Steuereinnahmen laufen deutlich besser als erwartet. 712 Millionen Euro zusätzlicher Einnahmen werden hier erwartet. "Der relativ robuste Aufschwung hilft."Nach der am Dienstag vorgelegten Finanzplanung könnte es laut Kollatz in den Jahren 2024/25 eng werden, wenn die zur Krisenbekämpfung und auch schon davor angelegten Reserven weitgehend aufgezehrt seien.

Für diese Jahre rechnet Kollatz mit einem "Handlungsbedarf" von 750 bis 850 Millionen Euro, die entweder gespart oder durch zusätzliche Einnahmen erwirtschaftet werden müssten. Auch hier ist Kollatz aber optimistisch, dass die Steuerschätzungen mehr Geld für Berlin vorhersagen als bisher angenommen. Der Senator verwies auf die anhaltend positive Entwicklung der Berliner Wirtschaftskraft.

Inzwischen liege die Hauptstadt beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf deutlich über dem Bundesdurchschnitt und lag 2020 auf Platz sechs der Bundesländer, vor Nordrhein-Westfalen. Die Hauptstadt profitiere überproportional vom Wachstum der Digital- und IT-Wirtschaft.