Corona

Impfung für Kinder ab 12 Jahre: Was heißt das für Berlin?

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Auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre sollen nun in Deutschland geimpft werden, lautet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre sollen nun in Deutschland geimpft werden, lautet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Foto: Raul Mee / dpa

Noch werden in den Schulen nur Jugendliche ab 16 Jahren von mobilen Impfteams geimpft, das könnte sich womöglich ändern.

Berlin. Es hat eine Weile gedauert, doch nun hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) positioniert: Sie empfiehlt nun auch die Impfung von Zwölf- bis 15-Jährigen mit den Impfstoffen Moderna oder Biontech. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, die zuletzt viel Gegenwind erhielt, nachdem sie einen Brief mit einem Impfaufruf an Berlins Schülerinnen und Schüler schrieb, wirkt erleichtert.

„Ich sehe mich durch die Stiko darin bestätigt, mit meinem Brief den jungen Berlinerinnen und Berlinern ein Impfangebot gemacht zu haben“, sagte die SPD-Politikerin am Montag. Allein bei den Zwölf- bis 17-Jährigen sind es rund 180.000 Jugendliche, die nun womöglich geimpft werden. Und sie fügte hinzu: „Ich ermuntere Eltern, Erziehungsberechtigte und Kinder, hierzu das gemeinsame Gespräch zu suchen.“

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Corona-Impfungen von Jüngeren: Seltene Fälle von Komplikationen

Denn ohne aufklärendes Gespräch, bei dem auch die Eltern dabei sind, werden Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geimpft, bestätigt der Schöneberger Kinderarzt Jakob Maske. Warum? Es kann nach Corona-Impfungen in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. „Das ist nicht vom Tisch, das Risiko“, sagt Maske, der auch Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte ist. Gerade bei jüngeren Männern traten ab und zu Herzmuskelentzündungen auf, das haben Studien in den USA und England festgestellt.

Aber wie erkennt man die Symptome einer Herzmuskelentzündung? „Schlappheit“, sagt Kinderarzt Maske. „Das Symptom kann sich innerhalb der ersten fünf, sechs Tage nach der Impfung zeigen.“ Das gilt für die erste und die zweite Impfung. Hohes Fieber nach einer Impfung sei dagegen deutlich weniger problematisch. „Kinder und Jugendliche reagieren halt manchmal, das passiert auch nach normalen Impfungen.“

Bei jüngeren Schülern müssen die Eltern bei der Impfung anwesend sein

Genügend Impfstoff sei in Berlin auch für diese Altersgruppe vorhanden, betont Gesundheitssenatorin Kalayci. Geimpft werden kann beim Kinderarzt des Vertrauens, beim Hausarzt oder auch im Impfzentrum. Und in den Schulen? „Wir haben bereits in Elternschreiben und auf anderen Ebenen auf Impfmöglichkeiten hingewiesen und werden dies auch weiterhin tun“, heißt es aus der Bildungsverwaltung. Bislang ist eine Impfung der Ü12-Gruppe in Schulen nicht möglich – anders als bei denen, die über 16 Jahre alt sind. Denn die brauchen die Erlaubnis der Eltern lediglich als Unterschrift auf dem Zettel. Bei jüngeren Schülern müssen die Eltern bei der Impfung anwesend sein.

Hinter den Kulissen, bestätigt der Sprecher der Gesundheitssenatorin Martin Quiske, hat man auch die Schulen im Blick. Schließlich sind an den Oberstufenzentren der Stadt für ältere Schüler schon Mobile Impfteams unterwegs, man plant Impf-Shuttles. Womöglich kommt da noch etwas für die Jüngeren. Man schaue, „was am effektivsten“ sei, wo der Aufwand sich lohne. Einen weiteren Brief an Berlins Schülerinnen und Schüler sei aber nicht geplant. In Berlin sind nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang 13,9 Prozent der 12- bis 17-Jährigen vollständig geimpft.

( lei mit dpa )