Wahlen

Briefwahl in Berlin: Das müssen Sie wissen

| Lesedauer: 5 Minuten
Briefwahl: Ablauf und wertvolle Tipps

Briefwahl: Ablauf und wertvolle Tipps

Rund ein Viertel der deutschen Wähler sind mittlerweile Briefwähler – denn das Wählen per Post ist kostenlos und flexibel. Doch wie läuft eine Briefwahl eigentlich ab?

Beschreibung anzeigen

Der Superwahltag am 26. September rückt näher. Wer seine Stimmen in Berlin abgeben will, kann das aber jetzt schon tun: per Briefwahl.

  • Am 26. September 2021 ist „Superwahltag“ in Berlin.
  • Die Wahlen zum Bundestag, zum Abgeordnetenhaus, zur Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) und zum Volksentscheid über Enteignungen in Berlin stehen an.
  • Gewählt werden kann schon jetzt: per Briefwahl.
  • Welche Stimmen muss man vergeben? Was ist beim Ausfüllen zu beachten? Alle Infos zur Briefwahl im Überblick.

Berlin. In der Hauptstadt steht der „Superwahltag“ an: Insgesamt sechs Stimmen haben die Berlinerinnen und Berliner, die sich auf die Wahlen zum Bundestag, zum Abgeordnetenhaus und zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) sowie den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ verteilen.

Alle aktuellen News zu den Wahlen in Berlin lesen Sie in unserem Blog. Deutschlandweite News, Analysen und Ergebnisse zur Bundestagswahl lesen Sie in diesem Blog. Hier beantwortet die Morgenpost die wichtigsten Fragen zu den Wahlen in Berlin.

2,8 Millionen Menschen in Berlin sind zur Wahl der Bezirksverordnetenversammlung berechtigt; denn hier liegt das Wahlalter bei bereits 16 Jahren, zudem sind auch in Berlin lebende Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedstaaten wahlberechtigt.

Stimmen für die Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl sowie den Volksentscheid dürfen rund 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner ab 18 Jahren abgeben.

Wahlleiterin Petra Michaelis geht davon aus, dass der Anteil der Briefwähler von zuletzt einem Drittel dieses Mal auf bis zu 50 Prozent steigt. Corona verstärke diesen schon länger zu beobachtenden Trend. Lesen Sie auch: Bundestagswahl: Was die Deutsche Post Briefwählern rät

Die Berliner Morgenpost beantwortet wichtige Fragen rund um die diesjährige Briefwahl.

Briefwahl Berlin: Wann erhalte ich meine Wahlberechtigung?

Die Wahlberechtigungen werden seit Mitte August in allen zwölf Bezirken versandt und sollen bis spätestens 4. September zugestellt sein. Innerhalb eines Haushalts müssen die Unterlagen übrigens nicht gleichzeitig eintreffen, sondern können auch mit einem Abstand von ein bis zwei Tagen nacheinander ankommen.

Wer bis zum 4. September keine Post bekommen hat, sollte das zuständige Bezirkswahlamt kontaktieren. Dort können zwischen dem 6. und 10. September dann auch die Wählerverzeichnisse eingesehen werden, um zu prüfen, ob eine Person dort enthalten ist.

Wie kann ich meine Briefwahl-Unterlagen beantragen?

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Grundsätzlich sind die Briefwahlunterlagen beim zuständigen Bezirkswahlamt zu beantragen; der Antrag befindet sich auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung. In den jeweiligen bezirklichen Briefwahlstellen können die Unterlagen direkt ausgefüllt, mitgenommen und später auch wieder abgegeben werden.

Mitgebracht werden muss ein Personalausweis oder Reisepass, der übrigens auch abgelaufen sein kann. Eine Beantragung ist zudem per E-Mail, Post, Fax oder auch über ein Online-Formular möglich. Für letzteres ist auf der Wahlbenachrichtigung ein QR-Code zu finden, der einfach mit einer entsprechenden App gescannt werden kann. Auch über die Internetseite berlin.de/wahlen kann der Wahlschein beantragt werden.

Bis wann ist eine Beantragung möglich?

Anträge werden bis zum 24. September, 18 Uhr, entgegengenommen. Im Fall einer plötzlichen Erkrankung geht es auch noch am Wahltag, also dem 26. September selbst, bis 15 Uhr. Damit die Wahlunterlagen rechtzeitig ankommen, wird empfohlen, sie ab dem 20. September nur noch persönlich zu beantragen.

Was beinhalten die Briefwahlunterlagen?

Die Unterlagen sind in diesem Jahr entsprechend umfassend. Es gibt:

  • den Wahlschein
  • fünf Stimmzettel
  • einen blauen Stimmzettelumschlag
  • einen roten Wahlbriefumschlag, in dem später die ausgefüllten Unterlagen zurückgesandt werden

Welche Stimmzettel gibt es?

  • einen für die Bundestagswahl, auf dem links die Erststimme und rechts die Zweitstimme abgegeben werden
  • zwei für die Abgeordnetenhauswahl
  • einen für die Wahl zur BVV
  • einen für den Volksentscheid

Was ist beim Ausfüllen der Unterlagen zu beachten?

Wichtig ist vor allem, das auch die „Versicherung an Eides statt zur Briefwahl“ auf dem Wahlschein unterschrieben zurückgesandt wird. Andernfalls ist die Stimmabgabe ungültig. Für alle Stimmzettel gibt es einen blauen Umschlag, der später ungeöffnet in die Wahlurne kommt.

Grundsätzlich ist es möglich, auch nur einen Teil der Stimmzettel auszufüllen und zurückzusenden – die anderen Wahlen würden nicht ungültig, weil ein Zettel fehle, heißt es aus dem Büro des Landeswahlleiterin. Man wünsche sich aber natürlich, dass die Menschen möglichst bei allen Wahlen und dem Volksentscheid ihre Stimme abgeben.

Erststimme und Zweitstimme: Was bedeuten die unterschiedlichen Stimmen bei Abgeordnetenhaus- und Bundestagswahl?

Bei beiden Wahlen gibt es jeweils die Erststimme, mit der der Kandidat oder die Kandidatin für den jeweiligen Wahlkreis gewählt wird. Mit der Zweitstimme wird der Listenvorschlag der Partei gewählt. Während bei der Bundestagswahl Erst- und Zweitstimme auf dem gleichen Zettel abgegeben werden, gibt es für die Abgeordnetenhauswahl zwei Zettel: ein einfarbig weißer für die Erststimme, einer mit blauem Rand für die Zweitstimme.

Bis wann müssen die Unterlagen zurückgesandt werden?

Die ausgefüllten Briefwahlunterlagen müssen bis zum 26. September um 18 Uhr beim zuständigen Bezirkswahlamt eintreffen. Wer seine Unterlagen per Post abschicken möchte, sollte diese dort spätestens am 23. September abgeben. Wer vergisst, seine Unterlagen zurückzusenden oder sich umentscheidet und doch im Wahllokal seine Stimmen abgeben möchte, kann mit den Briefwahlunterlagen und seinem Ausweis zu der Adresse gehen, die auf der Wahlbenachrichtigung angegeben ist.