Corona-Pandemie

James-Simon-Park abgesperrt: Barbetreiber wollen klagen

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Zäune am James-Simon-Park sollen das Betreten verhindern.

Zäune am James-Simon-Park sollen das Betreten verhindern.

Foto: Thomas Peise

Wegen der Sperrung des James-Simon-Parks kommen laut Barbetreiber weniger Gäste. Der Mauerpark musste geräumt werden.

Berlin. Der erste Abend und die erste Nacht, in denen der James-Simon-Park in Mitte gesperrt war, ist nach Angaben der Polizei ruhig verlaufen. Ein Sprecher der Polizei bezeichnete den Einsatz auf Nachfrage als „Nulllage“. Gegen 18 Uhr am Freitagabend hätten sich noch 100 bis 200 Personen in der Grünanlage gegenüber der Museumsinsel aufgehalten, ab 20 Uhr sei der Park „menschenleer“ gewesen.

Eine Hundertschaft kontrollierte im Park und an den Zugängen. Absperrgitter waren aufgestellt. Lediglich Gäste der anliegenden Bars durften die Absperrungen passieren und wurden von Polizisten zu ihren Sitzplätzen begleitet. Ganz zum Unmut der Barbetreiber vor Ort. Minh Chung von der „Mokka Mitte Bar“ sagte der Berliner Morgenpost, dass Polizisten den Abbau der Außenbars angeordnet hätten, obwohl Genehmigungen dafür vorlägen. Zudem blieben die Gäste aus, da kaum jemand spontan vorbeikomme. Er befürchtet Einnahmeeinbußen bis zu 15.000 Euro durch die Maßnahme. „Wir Gastronomen bereiten eine Sammelklage vor und sehen uns als klare Bauernopfer dieser Politik“, sagte er.

Nach Ausschreitungen am vergangenen Wochenende, bei denen 19 Polizisten verletzt worden sind, hatte der Bezirk per Allgemeinverfügung den Besuch des Parks ab 20 Uhr untersagt. Die Anordnung gilt seit Freitag. Wer sich nicht daran hält, riskiere ein Bußgeld ab 25 Euro, hatte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) angekündigt. Der Bezirk Mitte wollte außerdem darauf achten, dass das in der Infektionsschutzverordnung festgelegte Alkoholverbot im James-Simon-Park eingehalten wird.

Polizei räumt den Mauerpark

Die Polizei war mit 240 Einsatzkräften präsent. Neben dem Park in Mitte wurden auch der Volkspark Friedrichshain und der Mauerpark kontrolliert. Die Beamten hätten 36 Menschen überprüft und 23 Platzverweise ausgesprochen. Im Mauerpark war es in der Nacht zu Sonnabend zu einer Räumung gekommen. Angaben des Polizeisprechers zufolge wurden rund 300 Personen auf die geltende Rechtslage hingewiesen. In einzelnen Fällen hätte man durch „Schieben und Drücken“ nachhelfen müssen. Vereinzelt habe es Flaschenwürfe gegeben - allerdings ungezielt und ohne Treffer. Festgenommen worden sei niemand, so der Sprecher.

Bereits in der Nacht zu Freitag musste die Polizei den Mauerpark räumen. Dort hätten etwa 1000 Menschen gefeiert. Die Stimmung sei „schlecht“ gewesen, als die Menschen zum Verlassen des Parks aufgefordert wurden. Auch in der Nacht zu Sonntag sollen wieder rund 200 Einsatzkräfte in den drei Parks unterwegs sein.

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( dpa )