Christopher Street Day

Das müssen Sie zum CSD in Berlin wissen

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Am Sonnabend findet der Christopher Street Day in Berlin statt. Es werden rund 20.000 Teilnehmer erwartet. Es gilt Maskenpflicht.

Berlin. Zwar sind es keine Hunderttausende Teilnehmer wie früher, aber es geht wieder auf die Straße: Zum Berliner Christopher Street Day (CSD) werden am Sonnabend werden mehr als 20.000 Teilnehmer erwartet. Im vergangenen Jahr gab es die Veranstaltung nur online, nun soll die Parade unter dem Motto „Save our community - Save your pride“ wieder durch die Straßen Berlins ziehen.

Im Mittelpunkt des diesjährigen CSD stehen Forderungen wie zum Beispiel die Vereinfachung der Vornamens- und Personenstandsänderung für transsexuelle Personen oder die Abschaffung vom Blutspendeverbot für Schwule, Bi- und Transsexuelle.

Die CSD-Veranstalter sehen sich trotz der steigenden Corona-Inzidenz gut vorbereitet. „Wir sind bei den Hygieneregeln überkorrekt“, sagte Ulli Pridat vom Vorstand des Berliner CSD der Berliner Morgenpost.

Christopher Street Day in Berlin 2021: Wo startet der CSD?

Start der CSD-Parade ist ab 12 Uhr an der Leipziger Straße in Mitte zwischen Charlotten- und Axel-Springer Straße. Um 13 Uhr geht es weiter Richtung Potsdamer Platz, vorbei am Bundesrat, an Brandenburger Tor und Siegessäule bis zur Urania. Dort soll die Veranstaltung gegen 17 Uhr enden.

Eine Abschlusskundgebung soll es in diesem Jahr jedoch nicht geben. Während der gesamten Veranstaltung gelten Maskenpflicht und die Einhaltung der Abstandsregelungen.

CSD in Berlin 2021: Diese Straßen werden gesperrt

  • 10 bis 16 Uhr: Leipziger Straße in beiden Fahrtrichtungen zwischen Axel-Springer-Straße und Friedrichstraße
  • 12 bis 16 Uhr: Leipziger Straße in beiden Fahrtrichtungen zwischen Friedrichstraße und Potsdamer Platz
  • 12.30 - 17 Uhr: Potsdamer Platz und Ebertstraße in beiden Richtungen
  • 13 - 18 Uhr: Straße des 17. Juni – Großer Stern (nur der südöstliche Teil zwischen Straße des 17. Juni und Hofjägerallee) – Hofjägerallee – Klingelhöferstraße – Lützowplatz – Schillstraße

CSD in Berlin: Tausende im Regenbogenkiez erwartet - Sperrungen

Die Organisatoren gehen davon aus, dass eine große Anzahl der Teilnehmer nach Abschluss der Parade nicht gleich nach Hause, sondern in den Regenbogenkiez geht, um dort die diversen Bars, Kneipen und Cafés zu besuchen. Schätzungsweise könnten es mehrere Tausend Menschen sein, die sich dann im Regenbogenkiez gleichzeitig aufhalten.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, die Polizei, der Regenbogenfonds e.V., das Team Nachtbürgermeister sowie und Gewerbe haben sich bei einem Treffen über den Ablauf und vor allem über die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher ausgetauscht.

"Es bestand große Einigkeit darüber, dass die Sicherheit der vielen Menschen und die Einhaltung der Abstandsregeln nur gewährleistet werden kann, wenn einige Straßen für den Kfz-Verkehr gesperrt werden", teilte das Bezirksamt mit. Diese Straßen sind betroffen:

  • Motzstraße zwischen Nollendorfplatz und Martin-Luther-Straße
  • Eisenacher Straße zwischen Kleist- und Nollendorfstaße
  • Fuggerstraße zwischen Eisenacher- und Kalckreuthstraße
  • Fuggerstraße zwischen Martin-Luther-Straße und Ansbacher Straße
  • Welserstraße zwischen Lietzenburger Straße und ca. Finow-Grundschule

Die Sperrungen gelten ab Sonnabend, 24.7., von 12 Uhr bis 24 Uhr. Dort gilt in dieser Zeit ein absolutes Haltverbot.

BVG ändert Haltestellennamen: Aus Wuhletal wird Schwuletal

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen am CSD teilnehmen – mit Stationsschildern, auf denen sie die Haltestellennamen geändert haben. So wird aus Wuhletal nun Schwuletal oder aus Hohenschönhausen Homoschönhausen. Auf der Linie U2 wird ein ganzer Zug mit den Regenbogenfarben beklebt.

Bereits vor knapp vier Wochen demonstrierten unter dem Dach des „CSD Berlin Pride“ mehrere Tausend Menschen in Berlin in drei Protestzügen. Im vergangenen Jahr wurde die CSD-Parade pandemiebedingt abgesagt, stattdessen wurde das Event online organisiert. In den Jahren zuvor hatte die Demonstration Hunderttausende Menschen auf die Straßen gelockt.

CSD 2021: Berlin im Zeichen des Regenbogens

Fast überall in der Stadt sind sie mittlerweile zu sehen: die Regenbogenfarben, Symbol der Vielfalt der schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Menschen. Anlässlich der diesjährigen Berliner Pride Week hisste am Mittwoch auch Dirk Behrendt (Grüne), Senator für Justiz und Antidiskriminierung, die Regenbogenflagge vor seinem Dienstgebäude in Schöneberg.

„Wir sind in den vergangenen Jahren gut vorangekommen und wollen dem Ruf Berlins als Regenbogenhauptstadt auch weiterhin gerecht werden“, sagte der Politiker.

Warum heißt es "Christopher Street Day"?

Der CSD soll an die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Intersexuellen erinnern. Der Protestzug geht zurück auf den 28. Juni 1969: Damals stürmten Polizisten in New York die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus.

( BM )