Gesundheit

Inzidenz in Berlin steigt auf 21,8: Zwei Bezirke bei über 30

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dpa
Ein Corona-Schnelltest wird in einer Teststation aufbereitet.

Ein Corona-Schnelltest wird in einer Teststation aufbereitet.

Foto: dpa

Die Delta-Variante des Coronavirus lässt die Zahl der Corona-Fälle steigen. Ein Bezirk erreicht mittlerweile wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 40.

Berlin. Ein erneut deutlicher Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin hat im Corona-Warnsystem des Senats eine Ampel von Grün auf Gelb springen lassen. Der Wert wuchs von 18 am Vortag über den 20er-Schwellenwert hinaus auf 21,8 an, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Senats vom Mittwoch hervorgeht. Wie schon an den vorherigen Tagen steht die Ampel beim Wochentrend der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Rot: Das Plus beträgt nun satte 121 Prozent. Im Vergleich zum Monatsbeginn hat sich der Wert sogar rund vervierfacht.

Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen der Stadt weist das RKI aus für die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg mit 40,4, Mitte mit 35,2 und Charlottenburg-Wilmersdorf mit 27,8. Auch im bundesweiten Vergleich der Land- und Stadtkreise mit den höchsten Werten sind Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte weit vorn, auf Rang drei und vier.

Die Lage auf den Intensivstationen ist dem Bericht zufolge weiter relativ entspannt, bei dem Parameter zeigt die Ampel grün an. Die meisten Infizierten derzeit sind jüngere Menschen - vor allem zwischen 20 und 24 Jahren. Ihr Risiko für schwere Verläufe von Covid-19 ist geringer als das von Senioren. Allerdings vergeht auch einige Zeit zwischen Infektion und Krankenhausbehandlung, ein Anstieg bei stationären Aufnahmen würde sich verzögert bemerkbar machen.

Zum Impfstatus der Infizierten gibt es im Lagebericht keine Angaben, allerdings hatte das RKI kürzlich davon gesprochen, dass sich die Delta-Variante in Deutschland vor allem bei Ungeimpften ausbreite. In Berlin sind 46,3 Prozent der Einwohner vollständig geimpft, knapp 60 Prozent haben mindestens eine Impfung.

Grün zeigt die Ampel im Lagebericht auch noch bei der Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Allerdings heißt es in einer Fußnote, dass der Wert mittlerweile nicht mehr vom RKI zur Verfügung gestellt werde. Der sogenannte Vier-Tage-R-Wert werde deshalb künftig nicht mehr Teil des Ampelsystems sein, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend auf Anfrage. Die Angabe zum Inzidenz-Wochentrend, die vor einiger Zeit als ergänzendes Kriterium hinzugefügt wurde, soll demnach an die Stelle des R-Werts rücken.

Bei etwas mehr als jedem zehnten Infizierten (12 Prozent) ist angegeben, dass eine Auslandsreise vorausging. Reiseziele sind nicht genannt. Bekannt ist aber, dass einige beliebte Urlaubsorte wie zum Beispiel Spanien mit sehr hohen Infektionszahlen vor allem bei jüngeren Ungeimpften zu kämpfen haben - die Inzidenz für das ganze Land lag nach Daten vom Dienstagabend bei über 300.

Für Berlin meldete das RKI im Vergleich zum Vortag 251 neue Infektionen, zudem wurden zwei weitere Todesfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich nach Angaben des Instituts 181 593 Menschen in der Hauptstadt mit dem Virus. Die meisten gelten als genesen. 3576 Infizierte starben im Zusammenhang mit Covid-19.

© dpa-infocom, dpa:210721-99-459575/4

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