Tierschutz

Wie Tierschützer gegen den illegalen Welpenhandel kämpfen

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Haustier-Boom im Corona-Lockdown

Haustier-Boom im Corona-Lockdown

Vier Pfoten gegen Einsamkeit und Langeweile: In der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Haustieren in Deutschland deutlich gestiegen. Inzwischen gibt es etwa 35 Millionen Haustiere, eine Million mehr als vor der Pandemie.

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Tierschützer appellieren, keine Hunde aus illegalem Handel oder aus dem Internet zu kaufen. Eine Aufklärungskampagne soll helfen.

Berlin. Mit Plakaten in der ganzen Stadt beteiligt sich der Berliner Tierschutzverein (TVB) an einer bundesweiten Kampagne gegen illegalen Welpenhandel. Laut Verein sollen bis zum Ende der Woche 1000 Plakate geklebt werden. „Süße Ware, schneller Tod: Welpenhandel stoppen!“ - so der Name der Kampagne. Ziel sei es, die öffentliche Wahrnehmung für den immer weiter ausufernden tierquälerischen und betrügerischen Welpenhandel zu schärfen und Interessenten zu mehr Verantwortung beim Kauf ihrer Haustiere zu bewegen, hieß es.

Tierheim Berlin: Schon mehr als 80 Welpen aus illegalem Handel

„Allein in diesem Jahr haben wir schon über 80 Welpen aus illegalem Handel im Tierheim aufgenommen - etwa doppelt so viel wie 2020“, sagte TVB-Sprecherin Annette Rost. „Wir versuchen die Tiere wieder aufzupäppeln, aber oft gelingt das nicht.“ Auf den Plakaten seien Todesanzeigen für einige der verstorbenen Tiere abgebildet.

Die Welpen aus illegalem Handel werden häufig zu früh von der Mutter getrennt, weder entwurmt noch mit wichtigen Impfungen versorgt und oft auch tierschutzwidrig transportiert und schlecht versorgt. Käufer merken das häufig erst, wenn die Tiere schwer erkranken.

Wer ein Tier aus illegalem Handel kauft, macht sich strafbar

„Wer in Berlin einen Welpen von einer nicht sachkundigen Person kauft, macht sich strafbar“, warnt Eva Rönspieß, stellvertretende Vorsitzende des TVB. Es sei leider nicht nur die professionell organisierte Kriminalität, die hier enormes Tierleid verursachte, sondern es seien auch die Käufer selbst.

Illegaler Welpenhandel hat sich in Corona-Zeiten verdreifacht

Laut dem Deutschen Tierschutzbund hat die gestiegene Nachfrage nach Haustieren im Corona-Jahr 2020 das unerlaubte Geschäft mit den Vierbeinern massiv angekurbelt. „Die Zahl der illegal gehandelten Hunde hat sich im Vergleich zu 2019 fast verdreifacht“, sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. 2021 scheine nicht besser zu werden. „Fast jeden Tag hat man das Gefühl, dass Tiere beschlagnahmt werden müssen.“

Tausende Hundewelpen aller Rassen werden laut TVB auf Verkaufsplattformen wie Deine Tierwelt, Quoka, Ebay Kleinanzeigen im Internet inseriert. Sie stammen in der Regel aus Osteuropa.

Die bundesweite Kampagne wurde vom Hamburger Tierschutzverein initiiert. In Berlin wird sie auch von der Innenverwaltung und der Tierschutzbeauftragte Kathrin Herrmann unterstützt.

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( dpa )