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Hertha BSC erhält nächste Rate von Windhorst

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dpa
Lars Windhorst, Investor von Fußball-Bundesligist Hertha BSC.

Lars Windhorst, Investor von Fußball-Bundesligist Hertha BSC.

Foto: dpa

Der Trubel um die Millionen-Zuwendungen von Investor Lars Windhorst begleitet Hertha BSC. Jetzt ist neues Geld da. Doch Fredi Bobic rührt das Cash auf dem Konto noch nicht an. Der neue Geschäftsführer will den Kader mit ruhiger Hand entwickeln. Shopping-Zeit ist im August.

Neuruppin. Kevin-Prince Boateng schlurfte in Badeschlappen und mit einer Kaffeetasse in der Hand recht lässig zum Fototermin mit den neuen Teamkollegen. Fredi Bobic sah am Rande des Volksparkstadions in Neuruppin nicht so aus, als würde er nervös auf einen beachtlichen Millionenbetrag auf seinem Geschäftskonto warten. Bei Hertha BSC herrschte im idyllischen Trainingslager nordwestlich der Hauptstadt am Montag eine fast schon verdächtige Ruhe.

"Mich bewegt das nicht. Ich habe mich wenig darum gekümmert, weil es aktuell nicht meine Priorität ist, das Thema", sagte Geschäftsführer Bobic über die nächste Überweisung von Investor Lars Windhorst. "Ich habe auf mein Konto noch nicht geschaut", sagte Bobic. Gespielt oder echt? Bobic konnte sich nur kurze Zeit später über ein Millionen-Plus freuen. Die Hertha bestätigte den beträchtlichen Zahlungseingang.

Bei aller Gelassenheit hat die wirtschaftliche Komponente natürlich eine hohe Relevanz für den Berliner Fußball-Bundesligisten. Und für den medial in Misskredit gebrachten Investor auch. "An alle, die gezweifelt haben: Das Geld ist auf dem Konto von #Hertha eingegangen - 35 Millionen Euro! Insgesamt sind es bis jetzt 345 Millionen Euro, die bei @HerthaBSC investiert worden sind. Die letzte Rate wird dann wie vereinbart auch kommen. Viel Lärm um nichts", twitterte Windhorst.

Zuletzt hatte es mehrfach Medienberichte über angebliche Zahlungsverzögerungen gegeben. Windhorst und Hertha hatten daraufhin öffentlich ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit betont. Windhorst legte in diese Richtung nochmal nach. "Übrigens: Aus Erfahrung weiß ich, dass die nächsten Angriffe nicht lange auf sich warten lassen werden. Aber auch die werden mich nicht von meinem unternehmerischen Weg und dem Einsatz für #Hertha abbringen", schrieb der 44-Jährige.

Der Unternehmer hält 66,6 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Bis August steht dem Vernehmen nach noch eine Zahlung der letzten 29 Millionen Euro des Gesamtvolumens von 374 Millionen Euro aus. Nun könnte Bobic also shoppen gehen. Aber weit gefehlt. "Das hat keine Auswirkungen", sagte der von Eintracht Frankfurt als Einkaufsexperte geholte Ex-Stürmer zur wieder aufgebesserten Cash-Bilanz auf dem Hertha-Konto. "Ich bin weit weg davon, unnötig viel Geld auszugeben, nur weil welches da ist", sagte er.

Bobic will also abwarten. Und das muss kein schlechtes Zeichen sein für die Berliner. Auch in Frankfurt machte der 49-Jährige viele seiner spektakulären Transfers erst kurz vor Ende der Wechselfrist. Auch jetzt meint Bobic: "Ich rechne mit einem heißen August."

Somit bleiben Suat Serdar von Absteiger Schalke 04, Leih-Rückkehrer Davie Selke von Werder Bremen und eben der neue Anführer Boateng die neuen Gesichter auf dem Trainingsplatz um Übungsleiter Pal Dardai. "Diese Mannschaft ist nicht schlecht, da ist Qualität drin", sagte Bobic. Reinhören in die Mannschaft will er und zuhören in den kommenden Wochen, bevor dann womöglich einige Einkäufe folgen.

© dpa-infocom, dpa:210705-99-264112/3

( dpa )