Bushido-Prozess

"Komplikationen": Anna-Maria Ferchichi nicht im Gericht

Bushido und seine Frau Anna-Maria im Mai 2012 bei ihrer Hochzeit in Berlin.

Bushido und seine Frau Anna-Maria im Mai 2012 bei ihrer Hochzeit in Berlin.

Foto: eventpress/dpa

Die mit Drillingen schwangere Ehefrau von Bushido sollte erneut vor dem Berliner Langericht gegen Arafat Abou-Chaker aussagen.

Berlin. Im Strafprozess gegen einen Berliner Clanchef konnte Bushidos Ehefrau Anna-Maria Ferchichi am Mittwoch nicht wie geplant als Zeugin befragt werden. Die 39-Jährige kam nicht ins Landgericht der Hauptstadt. Es gebe Komplikationen bei ihrer Mandantin, verlas der Vorsitzende Richter am Mittwochmorgen eine Mail der Anwältin der Zeugin. Im Laufe des Tages sollte ein Attest nachgereicht werden. Die Mail habe das Gericht am Morgen um 8.16 Uhr erreicht. Frau Ferchichi, Schwester der Sängerin Sarah Connor, ist mit Drillingen schwanger.

Anna-Maria Ferchichi hatte bereits an drei Prozesstagen ausgesagt. So berichtete sie, der langjährige Geschäftspartner ihres Mannes, Arafat Abou-Chaker, habe alles in ihrem Leben bestimmt - dieser Einfluss habe ihr Angst gemacht. Wie Bushido, der zuvor an 25 Prozesstagen als Zeuge Rede und Antwort gestanden hatte, war auch seine Frau von Personenschützern im Gericht bewacht worden. Der 42-jährige Musiker hatte seine Beziehung zu Abou-Chaker mit einer Zwangsheirat verglichen. Bushido ist in dem seit August 2020 laufenden Verfahren auch Nebenkläger.

Bushido-Prozess: Arafat Abou-Chaker werden Freiheitsberaubung, Erpressung und Körperverletzung zur Last gelegt

Dem Hauptangeklagten Abou-Chaker werden Straftaten zum Nachteil des Musikers mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft legt dem 45-Jährigen Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung zur Last. Die Brüder sollen Mittäter gewesen sein. Die vier Männer haben bislang zu den Vorwürfen geschwiegen.

Zu den Taten soll es gekommen sein, nachdem Bushido die langjährigen Beziehungen zu seinem Geschäftspartner aufgelöst hatte. Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen. Der Rapper wurde laut Anklage bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert.

( dpa )