Baden

Sommer in Berlin: Das müssen Badegäste beachten

| Lesedauer: 5 Minuten
Viele Kinder spielen gern im Wasser, Eltern sollten sie dabei aber nie aus den Augen lassen.

Viele Kinder spielen gern im Wasser, Eltern sollten sie dabei aber nie aus den Augen lassen.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Service

In den Berliner Sommerbädern sind noch viele Tickets erhältlich, Kinder baden sogar gratis. Alle Bade-Infos im Überblick.

Berlin. Es wird wieder warm am Wochenende: Um die 27 Grad sind am Samstag und Sonntag in Berlin angekündigt. Verständlich, dass es viele Menschen ans Wasser zieht.

Die gute Nachricht: Für dieses Wochenende sind noch viele Zeitfenster in den Sommerbädern der Berliner Bäderbetriebe erhältlich. Der Ticket-Shop der Bäderbetriebe zeigt für nahezu alle Bäder und Zeitfenster noch freie Tickets. Eine Buchung ist trotz Entspannung der Infektionslage in Berlin weiterhin erforderlich. Wer kein Ticket vorab bucht, wird an den Eingängen der Bäder abgewiesen.

Vor allem Kinder und Familien können sich freuen: Zum Start der Sommerferien gibt es kostenlose Tickets für Kinder bis zwölf Jahren. Auch die Gratis-Tickets müssen im Ticketshop der Bäderbetriebe vorab gebucht werden.

Interaktive Suche - Ihr schnellster Weg zum Badesee in Berlin und Brandenburg: Nach der Arbeit in den See springen? Spontan raus aus der Stadt? So komnen Sie ganz schnell ans Wasser - mit Bahn, Auto, Fahrrad oder zu Fuß. Finden Sie HIER Ihren See in der Region!

Badeseen in Berlin und Brandenburg: DLRG warnt vor Leichtsinn

Auch an den Berliner Badeseen dürfte es voll werden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt alle Badegäste, nicht leichtsinnig zu sein. Die Warnung hat einen traurigen Anlass: Am Montagabend ertrank ein Achtjähriger im Großen Lienewitzsee bei Michendorf (Potsdam-Mittelmark). Es ist nach DLRG-Angaben der erste Badetote in diesem Sommer in Brandenburg.

„Eines der wohl größten Probleme ist, dass sehr viele Kinder durch die Corona-Pandemie nicht schwimmen gelernt haben“, sagt Michael Neiße, Pressesprecher der DLRG Berlin. Schon vor der Pandemie habe es zu wenig Schwimmbäder und Kurse gegeben, „die Ausfälle können wir so schnell nicht aufholen.“

Umso mehr sollten Eltern daher auf ihre Kinder achten, wenn diese ins Wasser gehen. „Ich rate allen Eltern, die Kinder nicht aus den Augen zu lassen. Wenn sie einmal mit dem Gesicht nach vorne fallen, können sie ersticken“, sagt Neiße. Die Kleinen würden nicht zappeln, Eltern das Unglück zu spät bemerken.

Lesen Sie auch: So kommen Sie am schnellsten zum Badesee

Vor dem Schwimmen im Badesee: Uferbereich auf Scherben und Steine kontrollieren

Zwar würde es in Berlin und Brandenburg kein großes Problem mit der Strömung geben wie beispielsweise im Rhein, in dem in den vergangenen Tagen zwei Jugendliche ertrunken sind, dennoch gilt es vorsichtig zu sein. Kinder könnten sich erschrecken, wenn eine Pflanze das Bein berühre, daraufhin Wasser schlucken, Panik bekommen und untergehen.

Michael Neiße gibt folgenden Tipp: „Bevor die Kinder ins Wasser gehen, sollten die Eltern einmal den Uferbereich auf Steine und Glasscherben kontrollieren, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Im Anschluss sollte auch geschaut werden, wo das Gewässer flach ist und wo es tief wird.“ Es gebe Stellen, die plötzlich zwei Meter in die Tiefe gehen. Aufgrund des im Gegensatz zum Freibad trüben Wassers würde man das nicht sehen.

Auch interessant: Das sind die schönsten Strandbäder in Berlin

Sicher schwimmen entlang des Ufers

Apropos ins Wasser gehen. Das sollte man langsam machen, damit sich der zuvor aufgeheizte Körper an die Wassertemperatur gewöhnen kann. Die DLRG habe bereits öfter den Fall gehabt, dass jemand vom Boot ins Wasser gesprungen ist, um sich abzukühlen, dann aber nicht mehr aufgetaucht ist – der Temperaturunterschied war zu viel für den Kreislauf. Daher sollte auch bei der Hitze auf Alkohol verzichtet werden, wenn man noch ins Wasser gehen möchte. Denn der belastet den Kreislauf zusätzlich. „Alkohol und Schwimmen vertragen sich einfach nicht“, sagt Michael Neiße.

Auch sollte man sich nicht überschätzen. Wer gern schwimmen möchte, sagt der DLRG-Pressesprecher, sollte das am besten entlang des Ufers tun. So bestünde jederzeit die Möglichkeit, das Wasser zu verlassen. Ist man erst einmal weit rausgeschwommen, könnten einen die Kräfte verlassen und der Weg zurück unmöglich scheinen.

Hält man sich an die Hinweise der DLRG, dann dürfte dem Badespaß nichts im Weg stehen. Die Wasserqualität der Berliner Seen ist gut. Einzig im Tegeler See darf nach wie vor nicht gebadet werden. Noch immer besteht ein Gesundheitsrisiko wegen der angeschwemmten Blaualgen. Das Badeverbot bleibt wegen der hohen Toxin-Konzentrationen weiter bestehen.

Zerkarien: Lageso warnt vor Wurm-Larven in Berliner Gewässern

Und einen Einwand hat noch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso): Die Behörde warnt in einigen Berliner Gewässern vor Wurm-Larven, sogenannten Zerkarien. Die Larven lösen Bade-Dermatitis, also einen unangenehmen Juckreiz und Quaddeln, aus. Besonders betroffen sind laut Lageso diese Seen:

  • Müggelsee
  • der Schlachtensee
  • der Jungfernheideteich
( mit bee )