Berlin

IHK-Präsidentin Kramm gibt Amt vorzeitig auf

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Joachim Fahrun
 Beatrice Kramm, Präsidentin der Industrie und Handelskammer Berlin (IHK), gibt ihr Amt vorzeitig auf.

Beatrice Kramm, Präsidentin der Industrie und Handelskammer Berlin (IHK), gibt ihr Amt vorzeitig auf.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

IHK-Präsidentin Beatrice Kramm gibt ihren Posten bereits zum September auf. Sie gab persönliche Gründe dafür an.

Berlins IHK-Präsidentin Beatrice Kramm gibt ihr Amt vorzeitig auf. Das erfuhr die Morgenpost aus Kreisen der IHK-Hauptversammlung am Mittwoch. Die Filmproduzentin machte persönliche Gründe dafür geltend, den Ehrenamts-Posten zum September aufzugeben. Kramm hat Tobias Weber als Nachfolger vorgeschlagen, der schon lange Vizepräsident der Kammer ist.

Eigentlich wäre die Amtszeit von Kramm noch ein Jahr gelaufen. Aus dem Präsidium war zu hören, Kramm sei mit der Führung ihrer Filmproduktionsfirma schwer belastet und wolle nun kürzer treten. In der Hauptversammlung gab es aber auch kritische Stimmen dazu, dass Weber in der Versammlung schon eine Art Bewerbunsgrede halten durfte. Die Satzung sieht aber nach Informationen der Morgenpost vor, dass im Falle einer vorzeitigen Amtsaufgabe der neue Kammer-Präsident aus dem Kreise des Präsidiums zu wählen ist.

Weber ist Chef des Gebäudedienstleisters City Clean GmbH.

Kramm ließ am Mittwochabend zu ihrer Entscheidung mitteilen: „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich war - und bin - sehr gerne Präsidentin der IHK Berlin, um für die Belange der Berliner Wirtschaft einzustehen.

Gleichzeitig erfordert ein solches Ehrenamt großes Engagement, wenn man im Sinne der Berliner Wirtschaft Dinge bewegen und erreichen will. Dies hat uns das vergangene Jahr mit der historischen Herausforderung einer weltumspannenden Pandemie mehr als deutlich vor Augen geführt.

Ich bin aber auch Unternehmerin und trage persönlich Verantwortung für mein Unternehmen und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für sie ist eine Geschäftsführerin, die regelmäßig nicht zur Verfügung steht, eine Herausforderung. Das gilt vielleicht besonders dann, wenn sie geschäftlich viel unterwegs ist.

Zweite Amtszeiten sind kein Automatismus und sollten dies auch nicht sein - weder für Kandidaten noch für die Wähler. Deshalb habe ich beschlossen, keine zweite Amtszeit anzustreben.

Aus dieser grundsätzlichen Entscheidung ergibt sich die Notwendigkeit, über den geeigneten Zeitpunkt der Amtsübergabe nachzudenken. In Berlin wird Ende September das Abgeordnetenhaus neu gewählt. Die Zusammensetzung des Senats wird sich grundlegend ändern - viele der heute handelnden Personen, allen voran der Regierende Bürgermeister, werden nicht mehr beteiligt sein. Ich finde, dass dies der richtige Moment ist, in die zweite Reihe zu treten, damit sich die neu gewählten und ernannten Verantwortlichen schnell und vor allem mit einer Perspektive für die Zusammenarbeit kennen lernen.“