Corona

Maskenpflicht im Freien entfällt weitgehend

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Jens Anker
Blick in die Wilmersdorfer Straße (Archivbild).

Blick in die Wilmersdorfer Straße (Archivbild).

Foto: Jörg Krauthöfer

Senat beschließt wegen anhaltend niedriger Infektionen weitere Lockerungen

Wegen der anhaltend sinkenden Infektionswerte hat der Senat am Dienstag neue Lockerungen beschlossen. „Zum Glück fallen endlich die Inzidenzen und es gibt eine deutliche Entlastung auf den Intensivstationen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung. Die meisten Lockerungen betreffen den Aufenthalt im Freien. Die neuen Regeln gelten ab dem 18. Juni.

Was gilt für die Maskenpflicht?

Die Lockerung der Maskenpflicht betrifft vor allem den Aufenthalt im Freien. An vielen Orten reichen künftig medizinische Masken statt FFP2-Masken aus, zum Beispiel bei Veranstaltungen im Freien. An den 35 belebten Plätzen und Einkaufsstraßen, wie zum Beispiel dem Kurfürstendamm, der Wilmersdorfer Straße oder der Friedrichstraße, entfällt die Maskenpflicht. Nur an Orten, an denen der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann, wie zum Beispiel in Warteschlangen, bleibt sie bestehen. In den Freiflächen von Zoo und Tierpark entfällt die Maskenpflicht ebenfalls. In Innenräumen bleibt die Maskenpflicht dagegen bestehen. Das gilt für Theater, Kinos und Opernhäuser, die nicht über eine Entlüftung verfügen, und den Einzelhandel. Auch in der BVG muss weiter eine Maske getragen werden. „Dort bieten die Masken einen echten Gesundheitsschutz“, sagte Müller.

Welche Treffen sind möglich

Die Personenobergrenzen bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen im Freien oder in geschlossenen Räumen werden angehoben. So sind künftig Veranstaltungen im Freien mit bis zu 1000 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 200 Personen möglich. Auch im Amateursport sind Zuschauer wieder zugelassen, wenn es ein entsprechendes Hygienekonzept gibt. Das gleiche gilt für das Singen in geschlossenen Räumen, das wieder erlaubt werden soll. Bei der Zählung der Personen sollen vollständig Geimpfte und Genesene nicht mitzählen.

Was ändert sich noch?

Volksfeste und Jahrmärkte sind wieder zugelassen, auch die Hallenbäder dürfen wieder öffnen. In Kitas endet der eingeschränkte Regelbetrieb am 21. Juni. An den Hochschulen werden die Obergrenzen für Präsenzveranstaltungen erhöht. Für Trauerfeiern bleibt die Personenobergrenze von 50 Personen in geschlossenen Räumen bestehen. Im Freien sind künftig bis 100 Personen erlaubt. Prostitution ohne Geschlechtsverkehr ist wieder zulässig. Es gilt eine Maskenpflicht. Saunen und Thermen dürfen wieder öffnen, ebenso wie Spielbanken. Es gilt allerdings eine Testpflicht. Dampfbäder bleiben dagegen weiter geschlossen. Die neue Infektionsschutzverordnung ermöglicht auch wieder Abi- und Abschlussfeiern.

Was ist mit der Sperrstunde?

Die Sperrstunde für den Alkoholverkauf zwischen Mitternacht und fünf Uhr wird aufgehoben. Allerdings bleibt der Konsum alkoholischer Getränke in Grünanlagen verboten. Das soll Park-Partys verhindern, bei denen die Gefahr einer Ansteckung erhöht ist, da die Abstände hier meistens nicht eingehalten werden. Diese Regel galt auch schon vor Corona - wurde allerdings kaum beachtet und kontrolliert.

Was gilt für das Homeoffice?

In Berlin endet die Homeoffice-Pflicht am 30. Juni. Das hat der Senat auf seiner Sitzung am Dienstag beschlossen. Allerdings gelten für Büros weiter Hygiene- und Abstandsregeln, auch die Maskenpflicht für Fahrstühle und die Flure in Büros gelten weiter. Bislang gilt, dass Arbeitgeber den Beschäftigten grundsätzlich die Arbeit im Homeoffice anbieten müssen, wenn das möglich ist, und Großraumbüros nur maximal zu 50 Prozent besetzt sein dürfen.

Was ist mit den Schulen?

Schülerinnen und Schüler in Berlin müssen nach den Sommerferien zunächst weiter medizinische Masken in Schulräumen tragen. Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske gilt in geschlossenen Räumen in den Berliner Schulen in den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien, teilte ein Sprecher der Bildungsverwaltung am Dienstag auf Anfrage mit. Das Ziel soll sein, Infektionsketten zu stoppen, die während der Ferien ihren Anfang genommen haben. Anschließend ist geplant, die Maskenpflicht aufzuheben, wenn das Infektionsgeschehen das zulässt. Auch die Testpflicht für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte soll auch im neuen Schuljahr bis auf Weiteres beibehalten werden.

Bei Angeboten in den Sommerferien, etwa bei der Sommerschule oder der Ferienbetreuung von Schülerinnen und Schülern, entfällt die Maskenpflicht – anders als bisher vorgesehen – dagegen auch in geschlossenen Räumen.

Wie geht es weiter?

Wie zuletzt auch wartet der Senat jetzt ab, welche Auswirkungen die Lockerungen auf das Infektionsgeschehen in der Stadt haben. Bleiben die Zahlen weiter niedrig, wird der Senat über weitere Lockerungsschritte entscheiden. Müller stellte klar, dass die Impfzentren auch über den 30. September hinaus bestehen bleiben werden, da der Bedarf an Impfungen auch im Herbst hoch sein werde.