Corona

Digitaler Impfpass nun in Berliner Apotheken verfügbar

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Digitaler Impfpass: Spahn bittet um Geduld

Digitaler Impfpass: Spahn bittet um Geduld

Der neue digitale Impfpass ist jetzt als App verfügbar und wird Schritt für Schritt bis Ende für alle zugänglich gemacht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bat die Bürgerinnen und Bürger um Geduld.

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Ab heute können vollständig Geimpfte einen Nachweis erhalten. Doch Apotheken-Kunden berichten von technischen Problemen.

Berlin. Ab diesem Montag stellen auch zahlreiche Berliner Apotheken den digitalen Impfnachweis aus. Der Apotheker-Verein BAV geht davon aus, dass zum Start allerdings nur eine begrenzte Zahl von Apotheken dabei ist. Ein Sprecher des Vereins sagte, er rechne mit einer mittleren dreistelligen Zahl in Berlin. Apotheker konnten sich vorab über eine Plattform für die Ausgabe der digitalen Ausweise registrieren.

Als einen Grund dafür, warum nicht alle Apotheken den digitalen Impfnachweise anbieten, nannte der BAV-Sprecher auch den Personalmangel: „Wer schon jetzt Probleme hat, die Öffnungszeiten abzudecken, wird sich nun überlegen, ob es machbar ist, auch noch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrzunehmen.“ In Berlin gibt es laut Apothekerkammer 765 Apotheken. Welche dabei sind, zeigt ab Montag das Online-Portal mein-apothekenmanager.de.

Die Seite war am Vormittag allerdings zwischenzeitlich nicht erreichbar. Mitarbeiter einer Apotheke in Berlin-Mitte berichteten zudem, sie könnten keine Impfpässe erstellen, weil sie eine dafür notwendige Website nicht erreichen können.


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Impfpass für vollständig geimpfte Personen

Der digitale Impfnachweis wird an Personen vergeben, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Nach einer Prüfung der Dokumente in der Apotheke wird der Nachweis dann erstellt. Der darauf angegebene Code kann dann sowohl mit der Corona-Warn-App als auch mit der neuen App CovPass gescannt werden. Dadurch wird der Impfnachweis lokal auf dem Mobiltelefon gespeichert.

Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) äußerte sich am Sonntag gegenüber der Berliner Morgenpost erfreut über den Start des digitalen Impfnachweises. „Er ist wegweisend im Kampf gegen die Pandemie. Der digitale Nachweis auf dem Smartphone wird das Leben leichter machen, denn mit ihm ist der Nachweis einer erfolgten Corona-Schutzimpfung sowohl im Restaurant als auch auf Reisen einfach und sicher möglich. Es ist gut und richtig, dass uns die Apotheken bei der Erstellung digitaler Impfzertifikate unterstützen, um damit auch die Impfzentren und Arztpraxen zu entlasten“, sagte sie.

Corona in Berlin: Pop mit positivem Blick auf die Pandemielage

Pop äußerte sich auch positiv mit Blick auf die Pandemielage in den Sommermonaten: „Die Infektionszahlen gehen zurück, und immer mehr Menschen sind geimpft. Die Impfzentren und Arztpraxen leisten hier einen großartigen Job im Kampf gegen die Pandemie“, erklärte sie. Jetzt müsse alles daran gesetzt werden, dass die Impfbereitschaft in der Bevölkerung auch im Sommer auf hohem Niveau bleibt. „Je einfacher und unkomplizierter das Impfen ist, desto größer ist die Akzeptanz. Der Einstieg der Betriebsärzte und das Impfen am Arbeitsplatz sind dabei ein wichtiger Baustein“, so Pop weiter.

In Berlin lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag weiter unter der kritischen Marke von 20. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete 15,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Das Bundesgesundheitsministerium hat vom Impfstoffhersteller Johnson & Johnson eine Nachlieferung fehlender Impfdosen im Juli gefordert. Das Unternehmen werde nach neuestem Stand im zweiten Quartal – also bis Ende Juni – etwa 6,5 Millionen Dosen weniger liefern als geplant, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Ganz Österreich sowie zahlreiche andere Länder und Regionen gelten seit Sonntag nicht mehr als Corona-Risikogebiete, ebenso wie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz. Auch die Inseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika gehören dazu, darunter die USA und Kanada.