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Ausstellung am künftigen Exilmuseum: Flucht früher und heute

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dpa
Auf dem Gelände des künftigen Exilmuseums am Anhalter Bahnhof wird noch ein Plakat geklebt.

Auf dem Gelände des künftigen Exilmuseums am Anhalter Bahnhof wird noch ein Plakat geklebt.

Foto: dpa

Berlin. Eine Freiluftausstellung am früheren Anhalter Bahnhof soll das Thema Flucht früher und heute verbinden - und gleichzeitig ein Vorgeschmack auf das dort geplante Exilmuseum sein. Sechs Wohncontainer, in denen Geflüchtete in Berlin untergebracht wurden, bilden die Grundlage der Ausstellung.

"Wir wollten eine Debatte über das Material anregen und es gleichzeitig als Leinwand für die Inhalte nutzen", sagte Sina Jansen von der Stiftung Exilmuseum bei der Vorstellung am Donnerstag. Gemeinsam mit Architekturstudierenden der Technischen Universität Berlin wurden beispielsweise an einem der Container die Wände herausgenommen, um so eine Art Pavillon für eine Bühne zu schaffen. Die Wände werden an anderer Stelle als Stelltafeln für die Geschichten der Geflüchteten genutzt.

"Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen den Menschen, die in der NS-Zeit aus Deutschland ins Exil gehen mussten und den Menschen, die in der heutigen Zeit nach Deutschland fliehen", sagte Cornelia Vossen, Kuratorin des Exilmuseums. So finden sich in der Ausstellung Persönlichkeiten wie der ins Exil geflohene Schriftsteller Bertolt Brecht.

Wenige Meter weiter steht dann das "ABC Ankommen", bei dem Geflüchtete aus der heutigen Zeit berichten, was für sie beim Ankommen in Deutschland wichtig war. Die Ausstellung unter freiem Himmel öffnet am Samstag und ist bis zum 31. Oktober täglich frei zugänglich.

Der Ort der Ausstellung bietet sogleich einen ersten Einblick in das für 2025 geplante Exilmuseum. Das zukünftige Ausstellungshaus soll an die rund 500 000 Menschen erinnern, die unter dem Druck der Nationalsozialisten Deutschland verlassen mussten. Die Baukosten sind mit 27 Millionen Euro angesetzt. Sie sollen über Spenden und private Mittel finanziert werden. Die Schirmherrschaft des Projekts haben Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und Ex-Bundespräsident Joachim Gauck übernommen.

© dpa-infocom, dpa:210610-99-939634/3

( dpa )