Landgericht

Tablets aus Schule gestohlen - Prozess geplatzt

| Lesedauer: 2 Minuten
Der Prozessauftakt gegen Leonardo D. platzte nach der Vernehmung der ersten Zeugin.

Der Prozessauftakt gegen Leonardo D. platzte nach der Vernehmung der ersten Zeugin.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Leonardo D. soll knapp 250 Tablets im Wert von 100.000 Euro aus einer Schule gestohlen haben. Am Freitag platzte der Prozess gegen ihn.

Berlin. Der Prozess um den Diebstahl von Tablets aus einer Berliner Oberschule im Wert von fast 100.000 Euro ist im ersten Anlauf gescheitert. Das Amtsgericht Tiergarten setzte die Verhandlung am Freitag nach der Befragung der ersten Zeugin aus. Er habe festgestellt, dass für die Beweisaufnahme mehr als nur ein Tag benötigt werde, erklärte der Vorsitzende Richter. Weil er in Kürze zu einem anderen Gericht abgeordnet werde, könne er den Prozess nicht fortführen. Einen Neustart werde es voraussichtlich am 20. Juli geben.

Angeklagt ist der 26-jährige Leonardo D. Ihm wird vorgeworfen, in der Nacht zum 28. Januar aus der Willy-Brandt-Schule in Gesundbrunnen die 242 Geräte gestohlen zu haben. Die sollten eigentlich an Schüler aus sozial benachteiligten Familien gehen, damit sie Homeschooling machen können. Leonardo D. wurde knapp zwei Wochen nach dem Diebstahl in Brandenburg an der Havel festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Von den Geräten fehlt bis heute jede Spur

Der Raum, in dem die Geräte lagerten, war mit einer Alarmanlage geschützt, die ausgeschaltet wurde. Außerdem wurde die Tür nicht gewaltsam, sondern mittels eines Generalschlüssels und eines Transponders geöffnet. Dadurch geriet schnell die Reinigungsfirma der Schule und damit ihr mehrfach vorbestrafter Mitarbeiter Leonardo. D. ins Visier der Ermittler. Er werde schweigen, sagten seine Verteidiger zum gescheiterten Prozessauftakt. Von den Geräten fehlt bis heute jede Spur.

Bei der Zeugin, die am Freitag befragt wurde, handelte es sich um die Schulleiterin. Sie gab an, dass die Tablets nur wenige Stunden vor ihrem Diebstahl unangekündigt geliefert worden seien. Nur wenige Menschen seien an diesem Tag im Gebäude gewesen. Der Angeklagte habe aber zumindest mitbekommen, dass etwas Größeres geliefert worden sei.

Leonardo D. hatte mehrere Identitäten

Leonardo D. soll seit 2019 in der Schule gearbeitet haben. Kurz nach der Festnahme des Mannes berichtete der „Tagesspiegel“, dass der gebürtige Serbe mehrere Identitäten gehabt haben soll – unter anderem als Berliner Daniel S. oder als der in Serbien geborene Leonardo A. Bei der Reinigungsfirma soll er als Daniel B. aus Zagreb, 29 Jahre alt, geführt worden sein – inklusive gefälschter Papiere aus Kroatien.

Auf der Internetplattform „Betterplace.org“ wurde bereits kurz nach dem Diebstahl eine Spendenaktion für neue Tablets gestartet. Anstatt der erhofften 100.000 kamen dabei allerdings lediglich 17.335 Euro zusammen. Mittlerweile ist die Kampagne beendet.

( mit dpa )