Verkehr

Polizei verzeichnet in Berlin mehr Fahrradunfälle im Mai

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Bei einer Mahnwache am 28. Mai dieses Jahres gedachten Berlinerinnen und Berlin einer tödlich verunglückten Fahrradfahrerin. Die 37 Jahre alte Frau wurde auf der Frankfurter Allee von einem Lastwagen überfahren.

Bei einer Mahnwache am 28. Mai dieses Jahres gedachten Berlinerinnen und Berlin einer tödlich verunglückten Fahrradfahrerin. Die 37 Jahre alte Frau wurde auf der Frankfurter Allee von einem Lastwagen überfahren.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Im Mai vermeldete die Polizei mehr Unfälle mit Radfahrenden als im April. Eine der Hauptursachen von Unfällen ist das falsche Abbiegen

Berlin. In Pankow nahm der Fahrer eines Skoda einem Radfahrer die Vorfahrt. In Steglitz überfuhr eine Radfahrerin eine rote Ampel. In Mitte übersah ein Autofahrer an einem Stop-Schild einen vorfahrtsberechtigten Radfahrer. Die Folge in allen drei Fällen: Es kam zu Unfällen. Die Radfahrerinnen und Radfahrer erlitten dabei teils schwere Verletzungen.

Wer die Pressemitteilungen der Polizei verfolgte, stellte zuletzt auffallend viele Meldungen über Unfälle mit Radfahrenden fest. Allein in den vergangenen zwei Wochen vermeldete die Behörde sieben Vorfälle. Im gesamten Monat Mai veröffentlichte die Pressestelle der Behörde Informationen über zwölf teils schwere Fahrradunfälle. Zum Vergleich: Im gesamten Monat April ereigneten sich den veröffentlichten Informationen der Polizei zufolge nur sechs solcher Unfälle.

37-Jährige wurde von Lkw überrollt

Der traurige Höhepunkt der Serie im Mai ereignete sich am Freitag vergangener Woche: Eine 37-Jährige fuhr mit ihrem Fahrrad auf dem Pop-up-Radweg an der Frankfurter Allee in Friedrichshain. Weil der Radweg von einem parkenden Geldtransporter blockiert wurde, wich die Radfahrerin dem Hindernis aus. Auf dem rechten der für Autos vorgesehenen Fahrstreifen wurde sie von einem Sattelzug überrollt. Sie starb noch am Unfallort.

Eine offizielle Erklärung für die vielen Unfälle in den vergangenen Wochen gibt es nicht. In der Polizei wird aber ein Zusammenhang mit den steigenden Temperaturen vermutet. Im Frühling würden viele Berlinerinnen und Berliner ihrer Fahrräder aus dem Keller holen. Daher steige auch die Zahl der Unfälle.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich in der Hauptstadt 4885 Unfälle, bei denen Radfahrende verunglückten. 17 Menschen starben dabei. Rund die Hälfte der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung werden von den Radfahrenden selbst verursacht. Besonders häufig nutzen sie die falsche Fahrbahn oder fädeln fehlerhaft in den fließenden Verkehr ein.

Autofahrer übersehen Radfahrer beim Abbiegen

Die Unfälle mit Radfahrern, die von Autofahrerinnen und Autofahrern verursacht werden, sind in den Mehrzahl der Fälle durch falsches Abbiegen verursacht. Die Radfahrenden werden dabei, zum Beispiel an Kreuzungen, schlicht übersehen.

Die Polizei klärt Verkehrsteilnehmer mit Fahrrad und Auto, etwa bei Schwerpunktkontrollen, immer wieder über die Gefahren und Hauptunfallursachen auf. Bei künftigen Aktionen setzt die Behörde nach Aussage eines Sprechers dabei verstärkt auf einen ganzheitlichen Ansatz.

Autofahrer sollen beispielsweise sensibilisiert werden, dass die Gefahr, beim Abbiegen eine Radfahrerin zu übersehen, besonders groß ist, wenn das Handy am Ohr ist. Fahrradfahrer werden darauf hingewiesen, dass über Kopfhörer gehörte Musik die Aufmerksamkeit beeinträchtigt und zu Unfällen führen kann.