Gegen Antisemitismus

Berlin-Partner-Netzwerk startet Initiative gegen Hass

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Philipp Blanke
Stefan Franzke ist seit 2014 Chef der Berliner Wirtschaftsförderung „Berlin Partner", die als Plattform für die Initiative fungieren will.

Stefan Franzke ist seit 2014 Chef der Berliner Wirtschaftsförderung „Berlin Partner", die als Plattform für die Initiative fungieren will.

Foto: Jörg Krauthöfer

Erste Projekte sollten Schul-Veranstaltungen sein. Unter den mitwirkenden Unternehmen sind Pfizer, Bayer, Axel Springer und Vattenfall.

Berlin.  Vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts und der kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel und sowie der vielfach durch antisemitische Ausschreitungen aufgefallenen Proteste in Berlin, Gelsenkirchen und anderen Städten Deutschlands haben das Berlin-Partner-Netzwerk zur Gründung der Initiative Berlin gegen Antisemitismus veranlasst.

Ziel sei es, Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus zu übernehmen und zu zeigen, dass Hass und Hetze in einer vielfältigen, weltoffenen und toleranten Stadt wie Berlin keinen Platz hätten, so die Organisatoren in einer Mitteilung. Im Rahmen der Initiative sollen sowohl nachhaltige unternehmensinterne Maßnahmen als auch öffentlichkeitswirksame Aktionen umgesetzt werden, die das Thema Antisemitismus mehr in das Bewusstsein der Belegschaften, Organisationen und der Gesellschaft rücken.

Große Unternehmen sind dabei

Jüdisches Leben in der Hauptstadt soll aktiv unterstützt und jede Form von Antisemitismus bekämpft werden. Das Berlin-Partner-Netzwerk will dabei als Plattform der Initiative agieren. An dem Entwurf der Charta haben rund 20 Berlin-Partner-Unternehmen, vier Wissenschaftspartner und ein Verband mitgearbeitet. Darunter Pfizer Deutschland, Bayer, Axel Springer und Vattenfall. Die Partner-Unternehmen planen eigenständige Projekte gegen Antisemitismus und kommunizieren diese als Teil ihrer Unternehmenskultur und -kommunikation. Generell sollen alle Aktionen, Veranstaltungen, Kampagnen und Diskussionen zum Mitmachen anregen.

Erste Projekte sollten demnach Informationsveranstaltungen an Schulen sein, da Kinder und Jugendliche immer weniger die Chance hätten, mit Zeitzeugen über den Völkermord an den Juden Europas zu sprechen, so die Organisatoren. Auch die Initiative Sportmetropole Berlin unterstützt Berlin gegen Antisemitismus.

"Wir laden alle ein, sich der Initiative anzuschließen“

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, sagte: "Wir werden uns einmischen, klare Zeichen gegen Hass und Diskriminierung setzen und jüdische Kultur als selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft gemeinsam leben. Ich kann mir Berlin überhaupt nicht vorstellen, ohne dass sich Jüdinnen und Juden hier vollkommen zu Hause fühlen. Wir laden alle ein, sich unserer Initiative Berlin gegen Antisemitismus anzuschließen.“

Sein Kollege Carsten Jung, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank und Aufsichtsratsvorsitzender der Partner für Berlin Holding, ergänzt: „Die Unternehmen, die sich im Berlin-Partner-Netzwerk organisieren, sprechen sich nicht nur gegen Antisemitismus aus, sondern wollen etwas tun. Wir alle setzen uns mit der Kraft unserer Organisationen dafür ein, durch gezieltes, öffentlichkeitswirksames und verantwortungsbewusstes Handeln sowie nachhaltige Maßnahmen einen Beitrag zur positiven Entwicklung einer offenen, toleranten und vielfältigen Gesellschaft zu leisten und uns gegen Antisemitismus zu stellen.“