Bundesfamilienministerium

Warum ein Adler bei Giffeys Abschied auftauchte

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Franziska Giffey war am Mittwoch als Bundesfamilienministerin zurückgetreten.

Franziska Giffey war am Mittwoch als Bundesfamilienministerin zurückgetreten.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Franziska Giffey hat sich am Donnerstag von ihren Mitarbeitern im Ministerium verabschiedet - auch ein besonderer Gast war dabei.

Nanu, wer ist denn das? Als sich Franziska Giffey am Donnerstag von ihren Mitarbeitern im Bundesfamilienministerium verabschiedete, tauchte plötzlich eine Person in einem Adler-Kostüm auf. In einem von Giffey auf Facebook geposteten Video ist zu sehen, wie die Mitarbeiter sie zuerst beklatschen und dann der Adler in den Raum kommt. Die SPD-Politikerin wirkt überrascht und geht auf das Tier zu. Danach endet das etwa eine Minute lange Video.

Ein Adler bei Giffeys Abschied - was hat es damit auf sich? Die Berliner Morgenpost hat beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nachgehakt. "Es handelt sich dabei um den Familienadler Freddi, das Maskottchen des BMFSFJ. Dieser wurde eingeführt, als Franziska Giffey das Amt der Familienministerin übernommen hatte", teilte eine Sprecherin mit. Seitdem habe er verschiedene Bürgerveranstaltungen, u.a. den Tag der offenen Tür im Ministerium, begleitet.

Vielleicht hatte „Freddi“ auch noch ein paar tröstende Worte für Giffey. Der Abschied von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fiel der Politikern sichtlich schwer. Giffey hat aber schon ein neues Ziel vor Augen. Die 43-Jährige will am 26. September als SPD-Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin antreten, um erste Regierende Bürgermeisterin zu werden - unabhängig von ihrem Rücktritt als Bundesfamilienministerin wegen anhaltender Diskussionen um ihren Doktortitel.

Bundespräsident Steinmeier würdigt politische Arbeit von Giffey

Ihren Rücktritt als Ministerin hatte Giffey am Mittwoch bekannt gegeben. Einen Tag später entließ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Giffey offiziell. Er würdigte ihren politischen Einsatz. Sie habe sich „großen Respekt erarbeitet, nicht nur in der Bundesregierung, sondern im ganzen Land und bis weit in andere Parteien hinein“, sagte Steinmeier bei der offiziellen Übergabe der Entlassungsurkunde im Schloss Bellevue.

Steinmeier dankte der SPD-Politikerin für ihr Wirken in schwierigen Krisenzeiten. Sie habe die Verantwortung übernommen „für Familien, die auf Kinderbetreuung angewiesen sind, für Frauen und Minderjährige, die unter häuslicher Gewalt leiden, für Senioren, die besonders gefährdet und oft besonders einsam sind“, sagte Steinmeier. Ihr „hartnäckiger und unnachgiebiger Einsatz“ für das Wohl der Kinder habe „Maßstäbe gesetzt“. Giffey könne „auf drei erfüllte Jahre“ zurückblicken.

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Ihre Projekte aus dem Koalitionsvertrag habe sie abgearbeitet. Darunter seien wichtige Gesetzgebungen gewesen, „von der Jugendhilfe über die Adoption bis zur Gleichstellung“. Dabei habe sie stets vermocht, ihre politischen Vorhaben in „griffige Formeln“ zu packen, sagte Steinmeier und nannte als Beispiel das „Gute-Kita-Gesetz“. Für ihre weitere politische Laufbahn in Berlin wünschte er Giffey alles Gute.

Giffeys Nachfolgerin, Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), trat am Donnerstagnachmittag offiziell ihr zusätzliches Amt an, das sie bis Ende der Legislaturperiode neben dem Justizressort innehaben wird. Steinmeier übergab Lambrecht die Ernennungsurkunde und wünschte auch ihr Erfolg bei den neuen Aufgaben. Beide Ressorts seien wichtig „für die weitere Bewältigung der Corona-Pandemie“, betonte Steinmeier.

( BM/dpa )