Nach schweren Vorwürfen

Staatliche Ballettschule gibt sich neuen Namen

Klima und Methoden an der Ballettschule sind von Experten  heftig kritisiert worden.

Klima und Methoden an der Ballettschule sind von Experten heftig kritisiert worden.

Foto: Sergej Glanze

Ein neues Schulprogramm soll künftig Machtmissbrauch und Kindeswohlgefährdung verhindern. Dafür steht auch der neue Name.

Berlin. Nach den schweren Vorwürfen der Kindeswohlgefährdung hat sich die Staatliche Ballettschule einen neuen Namen gegeben und neue Regeln für das Schulleben formuliert. Die Schule firmiert künftig als "Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin". Das berichtet der RBB.

Ein neues Schulprogramm soll künftig Machtmissbrauch und Kindeswohlgefährdung verhindern. Die Schulkonferenz, bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern, verabschiedete das Programm einstimmig, heißt es in dem Bericht. Formal müsse dem Programm auch die Schulaufsicht noch zustimmen.

Eine Art neues Frühwarnsystem sei eingerichtet worden für den Fall, dass Kinder etwa Essstörungen entwickeln. In mindestens halbjährlichen Teamsitzungen sollen die Lehrkräfte aller Bereiche die Situation aller Schülerinnen und Schüler der Klasse im Hinblick auf Verhaltensänderungen, stark schwankendes Körpergewicht oder andere mögliche Auffälligkeiten, heißt es in dem Bericht weiter.

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An der 1951 in Ost-Berlin gegründeten Ballettschule werden von Kindesalter an Balletttänzer und -tänzerinnen ausgebildet. 1991 wurde sie mit der Schule für Artistik fusioniert.

Klima und Methoden an der Ballettschule sind von Experten in zwei Zwischenberichten heftig kritisiert worden. Eine Clearingstelle geht davon aus, "dass sich Kindeswohlgefährdung durch physische und psychische Misshandlung, emotionale Vernachlässigung, Vernachlässigung der Gesundheitsfürsorge sowie der Fürsorge- und Aufsichtspflicht erkennen lässt". Eine Expertenkommission hatte zuvor eine "Kultur der Angst" an der Schule festgestellt.

( BM )